05 Februar 2008 | Kommentar

Mit Vertrauen zum Erfolg

Geschimpft haben wir schon oft über die Polizei - und allzu oft auch zu Recht. Wer in Not ist, sollte sich lieber nicht auf den Freund und Helfer verlassen - kein Auto, kein Benzin, keine Leute, rufen Sie in 30 Minuten noch mal an, ist die oft gehörte Entschuldigung. Dass man in 30 Minuten schon tot sein könnte, wenn gerade ein bewaffneter Unhold über den Zaun gestiegen ist und sich bereits an der Tür zu schaffen macht, scheint bei Nampol keinen zu interessieren. Und auch die Farmer im Land können ein Lied davon singen. Immer wieder versuchen sie, der Wilderei auf ihrem Land entgegenzutreten, von der Polizei kommt allzu oft keine Unterstützung - über die wahren Gründe für die Untätigkeit kann manchmal nur spekuliert werden.

Umso erfreulicher ist das Beispiel des Farmers Dieter Steiner und der Polizei in Okahandja. Allen Unkenrufen, allem Abwinken von Kollegen zum Trotz hatte Steiner die Polizei kontaktiert, nachdem die Wilderei auf seiner Farm Überhand genommen hatte. Auch er war zunächst mit der Standard-Antwort "Wir können nicht kommen, kein Auto" konfrontiert worden, ließ sich aber damit nicht abspeisen. Doch Steiner beließ es nicht bei Motzen, wusste er doch, dass die einzelnen Beamten keine Schuld an der Fahrzeugmisere tragen. Er fuhr nach Okahandja und sammelte die Polizisten auf, mehrmals, ging mit ihnen auf Patrouille, unterstützte sie, wo er konnte. Die Polizei dankte es ihm mit unermüdlichem Einsatz, mittlerweile ist Steiners Farm seit anderthalb Jahren frei von Wilderern - und wenn er ein Problem hat, kann er jederzeit "seine" Freunde und Helfer kontaktieren. Natürlich bleiben der notorische Fahrzeugmangel und manchmal auch die Unwilligkeit der Polizisten, sich Straftaten anzunehmen, ein Problem. Die Gerüchte, dass Polizisten in die organisierte Wilderei involviert sind, halten sich hartnäckig. Doch dürfen nicht alle Polizisten über einen Kamm geschert werden - die Ermittler aus Okahandja haben ihren Job ganz offensichtlich Ernst genommen.

Es wäre aber wünschenswert, wenn ein solches Beispiel Schule machen könnte. Anstatt dauerhaft auf die Polizei zu schimpfen, könnten mit ein bisschen Entgegenkommen und Vertrauen wohl gute Erfolge in der Verbrechensbekämpfung erzielt werden.