30 Juni 2005 | Lokales

Lehrer setzen Regierung unter Druck

Bis zum 30. August 2005 soll das Erziehungsministerium überfällige, verbesserte Einstellungs- und Arbeitsbedingungen für Lehrer einführen, sonst drohen diese mit Druckmaßnahmen. Windhoek - Dieses Ultimatum hat die Lehrergewerkschaft Namibia National Teachers Union, NANTU, gestern durch ihre Generalsekretärin Miriam Hamutenya angekündigt.

Die Personalkommission des öffentlichen Dienstes hatte bereits am 18. Dezember 2003 umfangreiche Änderungen der Einstellungsbedingungen angekündigt, die von der Personalabteilung des Erziehungsministeriums zur Umsetzung an den Staatssekretär und alle nachgeordneten Abteilungen weiter geleitet wurden. Weil die Stellen es jedoch bis heute noch nicht geschafft haben, die abgeänderten Bedingungen wirksam zu machen, hat NANTU laut Vorstandsbeschluss vom 27. Mai 2005 eine härtere Gangart eingeschlagen.

Zur AZ-Nachfrage, ob Minister Nangolo Mbumba auf die Drohung der Gewerkschaft eingehen werde, wollte die Sprecherin Kanguuehi im zuständigen Ressort gestern keine Stellung beziehen.

"Eine Zeitspanne von 18 Monaten ist verstrichen und die Regierung hat sich immer noch nicht um die Anwendung der verordneten Revision gekümmert", sagte Miriam Hamutenya und dankte den Mitgliedern der Gewerkschaft für ihre "Geduld und Reife im Ausharren". Die Gewerkschaft müsse nun auf ihre Grundsätze "des harten Engagements" zurückgreifen. Die Mitglieder sollten sich auch nicht durch Feinde der Lehrer in die Irre führen lassen.

Vorerst sollen NANTU-Mitglieder und Sympathisanten ohne Ausnahme ihren Dienst verrichten. Aber das soll sich ab Ende August ändern, wenn das Ministerium die neuen Vorschriften nicht bedingungslos durchgesetzt hat. Bereits am 15. August wird die Gewerkschaft den Arbeitskommissar über ihre weiteren Schritte unterrichten. Indessen fordert die Generalsekretärin die jeweilige Gewerkschaftsvertretung an den Schulen sowie alle anderen Zweigstellen auf, Empfehlungen und Vorschläge zur Art und Weise der angesagten Protestaktion einzureichen.