01 August 2018 | Lokales

Kostenlose Hilfe für Brandopfer

Vor drei Wochen war Geisebs Holzhütte in dem Swakopmunder Armenviertel DRC vollkommen abgebrannt. An jenem Tag wurden insgesamt fünf Hütten durch das Inferno dem Erdboden gleichgemacht. Momentan geht man von einem elektrischen Defekt als Ursache aus. Geisebs Mischlingshündin kam bei dem Brand mit schweren Brandwunden davon und wird seither bei der Swakop Vet Clinic behandelt (AZ berichtete).

„Ich weiß, wie schwer es ist, wenn man nichts mehr besitzt. Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht und habe deshalb spontan beschlossen, Herrn Geiseb zu helfen“, sagte Hoxobeb im Gespräch mit der AZ. Er baute Geisebs Holzhütte wieder auf – und zwar gratis. Aber nicht nur Geiseb soll ein neues Dach über den Kopf bekommen; Hoxobeb hat sogleich auch eine kleine Hundehütte für Sussie gebaut.

Ein Großteil des Materials sei gesponsert worden, den Rest des Holzes habe Hoxobeb selbst gekauft. Am vergangenen Samstag in der Früh habe er sich auf dem nun offenen und leerstehenden Grundstück mit Bekannten getroffen und sofort ans Werk gemacht. „Ich habe für alle Kaffee mitgebracht“, erzählt er weiter. Obwohl die Hütten für Mensch und Tier am gleichen Tag fertiggestellt wurden, ist Hoxobeb noch nicht fertig: „Ich will noch einen Zaun für Sussie bauen.“

Für viele Bewohner in DRC ist Hoxobeb ein Vorbild geworden. Tagsüber röstet er in Swakopmund bei Slowtown Coffee Roasters frischen Kaffee. Seine Freizeit verbringt er in seinem eigenem Geschäft „Shoe Lovers' Shoe Cleaners“. „Ich besaß während meiner Schulzeit nie tolle Schuhe wie meine Freunde. Als ich mir endlich mit meinem Gehalt das erste Paar Schuhe leisten konnte, habe ich diese sehr gepflegt“, berichtet er. Vor gut zwei Jahren gründete er die kleine Firma und reinigt nun Schuhe gegen ein kleines Entgelt. Damit finanziert er ein Teilzeitstudium.

Der Hündin Sussie geht es indes deutlich besser. Sie wird durchweg bei der Vet Clinic behandelt, welches von dem Have-a-Heart-Projekt finanziert wird. Die gemeinnützige Organisation hatte bereits zuvor die Sterilisierung von Sussie ermöglicht.

Bei verschiedenen Bränden am Anfang des Monats Juli sind in Swakopmund insgesamt neun Hütten abgebrannt – eine Statistik, die indessen den Stadtrat „sehr besorgt“, wie Bürgermeisterin Paulina Nashilundo während der jüngsten Ratssitzung erklärte. „Zum Glück haben dabei keine Menschen ihr Leben verloren, aber es wurde viel Eigentum zerstört“, sagte sie.

Des Weiteren rief Nashilundo daher die Gemeinschaft auf, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, damit Großbrände verhindert werden können. „Ich bitte Euch darum, von illegalen Stromanschlüssen abzusehen, da diese Brände auslösen können“, bat sie die Einwohner der Stadt.



Erwin Leuschner