15 September 2021 | Polizei & Gericht

Kavango leidet unter Gewalt

Windhoek/Rundu (kk/ste) - Ein hohes Maß an Armut, Teenagerschwangerschaften und Alkoholmissbrauch tragen maßgeblich zu der hohen Zahl häuslicher Gewalt und geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV) bei. Das behauptet der Befehlshaber der Regionalpolizei in der West-Kavango-Region, Kommissar Josephat Abel.

Abel hatte am Freitag den Medien während einer Pressekonferenz erklärt, dass die häusliche Gewalt ganz oben auf der Liste, der in der Region am häufigsten begangenen Verbrechen, steht. Abel tat dies, ohne sich auf Zahlen oder Statistiken zu berufen.

Die häusliche Gewalt führe Verbrechen an, gefolgt von Viehdiebstahl und der unrechtmäßigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Die West-Kavango-Region hatte mehr als 18 Monate lang schwer unter dem unkontrollierten Fällen seiner Edelhölzer gelitten (AZ berichtete).

Laut Abel seien es allerdings die kulturellen Überzeugungen sowie der Alkoholmissbrauch und „natürlich die Armut“, die meistens zur häuslichen Gewalt führen würden. Mit Bezug auf die Kultur erklärte er: „Männer und Frauen betrinken sich gemeinsam in einer Shebeen, aber wenn sie dann nach Hause kommen, fordert der Mann von seiner Frau eine vorbereitete Mahlzeit - er pocht dabei auf seine Rechte als Mann.“

Auch die Jugendschwangerschaften würden zur Gewaltspirale beitragen, denn es handele sich um Kinder, die Kinder zur Welt bringen. Somit werde das weibliche Geschlecht schlicht als Frau angesehen, die dem Mann in jeglicher Form zu Diensten zu stehen habe: „Die Armut verursacht indessen, dass die meisten Frauen von Männern abhängig sind“.

Diese Armut soll ferner laut Beobachtern dazu führen, dass bspw. die Ölexplorationsgesellschaft ReconAfrica ein einfaches Spiel habe, die Lokalbevölkerung von ihrem guten Willen zu überzeugen, denn die Versprechen einer Beschäftigung, würde die Hoffnung schüren.