16 Juli 2021 | Politik

Kampf gegen den Menschenhandel: Namibia erzielt Erfolgsergebnisse

Windhoek (sb) – Namibia wurde bereits wie im vergangenen Jahr vom US-Außenministerium im Rahmen des diesjährigen Trafficking in Persons Report (TIP) auf der Ebene 1 (Tier 1) eingestuft. Das gab die US-Botschaft in Namibia gestern schriftlich bekannt. Grund für die Einstufung auf das höchste Niveau sei die Tatsache, dass Namibia schwere Formen des Menschenhandels verbiete und Täter strafrechtliche verfolge. „Namibia ist erneut das einzige Land in Afrika, das ein Tier-1-Ranking erzielt hat, und schließt sich damit 28 Ländern weltweit an, die dieselbe Bewertung erhalten haben“, hieß es ferner. Obwohl die Ebene 1 die höchste Einstufung sei, bedeute dies jedoch nicht, dass ein Land kein Problem mit dem Menschenhandel habe oder, dass nicht noch mehr unternommen werden könnte, um das Problem anzugehen, so die Erklärung.

„Namibia hat ein beeindruckendes Engagement im Kampf gegen das schreckliche Verbrechen des Menschenhandels gezeigt“, sagte die Geschäftsträgerin a.i. der US-Botschaft in Namibia, Jessica Long. „Die namibische Regierung hat während des Berichtszeitraums weiterhin ernsthafte und nachhaltige Anstrengungen unternommen, obwohl die COVID-19-Pandemie ihre Möglichkeiten zur Bekämpfung des Menschenhandels beeinträchtigt hat.“ Laut dem TIP-Bericht hat die namibische Regierung im Berichtszeitraum 19 Opfer des Menschenhandels identifiziert, was im Vergleich zu 30 Opfern im Vorjahresbericht eine Verringerung sei. Zudem seien keine neuen Strafverfahren gegen mutmaßliche Menschenhändler eingeleitet worden.

„Der Bericht stellte fest, dass Menschenhändler in Namibia in- und ausländische Opfer ausbeuten, und dass Menschenhändler Opfer aus Namibia im Ausland ausbeuten“, so die Erklärung. Während des Berichtszeitraums hätten Menschenhändler in Namibia beispielsweise Personen aus Angola, Kenia, Sambia und Simbabwe durch Sexhandel und Zwangsarbeit ausgebeutet. So würde man einigen Opfern zunächst eine legale Arbeit für einen angemessenen Lohn anbieten, diese dann jedoch zur Zwangsarbeit in städtischen Zentren und auf kommerziellen Farmen nötigen.