09 Juli 2019 | Sport

Inlinehockey-Junioren werden Sechster

Nach furioser Gruppenphase scheitert die namibische Auswahl an den USA

Die männliche Inlinehockey-Auswahl Namibias hat bei den World Roller Games einen bleibenden Eindruck hinterlassen und kam unter die letzten Acht. Nach dem Aus gegen die USA und zwei Platzierungsspielen ergatterten die Namibier um Coach Brian Sobel einen guten sechsten Platz.

Windhoek/Barcelona

Von Jan Christoph Freybott

Die namibischen Inlinehockey-Junioren haben bei den World Roller Games in Barcelona für einen Paukenschlag gesorgt. Bereits in der Gruppenphase überzeugte die namibische Auswahl mit souveränen Siegen gegen Irland und Neuseeland, und sorgte mit einem 5:1 über den Weltranglistenzweiten Italien und einem Torverhältnis von 34:3 für Aufsehen (AZ berichtete). Das ausgegebene Ziel, den Pool der besten Acht zu erreichen, war bereits erreicht. Im Viertelfinale sah man sich nun mit dem amtierenden Weltmeister aus den USA konfrontiert.

Den US-Boys gelang gegen Namibia der bessere Start, nach nur zwei Minuten lag die namibische Auswahl bereits mit zwei Toren zurück. Nach dem nervösen Start fand auch der namibische Nachwuchs mehr und mehr ins Spiel, kam zu seinen Treffern und konnte den Abstand gering halten. Drei Minuten vor Schluss stand es 5:3 für die Titelverteidiger. Obwohl Namibia nun alles nach vorn warf, retteten die erfahreneren Gegenspieler ihren Vorsprung über die Zeit. Am Ende verlor die namibische Auswahl ihr Viertelfinale mit 4:8. Nun hieß es, in den zwei Platzierungsspielen das Beste herauszuholen.

In einem dramatischen Spiel gegen Schweden fanden die Namibier erneut nur schwer ins Spiel und lagen zur Halbzeit mit 0:3 hinten. Namibia kämpfte sich in Halbzeit zwei heran und glich in den Schlusssekunden zum 5:5 aus. In der Golden-Goal-Verlängerung traf Max Finkeldey 19 Sekunden vor Schluss zum Sieg. Am Donnerstag trafen die namibischen Junioren im zweiten und letzten Platzierungsspiel auf Kolumbien und hatten somit die Chance, sich Platz fünf zu ergattern. Obwohl die namibische Auswahl dieses Mal durch Alex Wirtz in Führung ging, entschieden die Kolumbier das Spiel schlussendlich mit 2:1 für sich. Ein kleiner Wermutstropfen für die Schützlinge von Brian Sobel, die sich mit einem guten sechsten Platz aus dem Turnier verabschiedeten.

„Unser Ziel war, der Welt zu zeigen, was wir können, und dass ein – im Hinblick auf die Anzahl der verfügbaren Inlinehockeyspieler – kleines Land wie Namibia mit den Großen mithalten kann“, sagte Mannschaftskapitän Amandus Roett­cher während des Turniers. „Ich glaube, wir haben uns den Respekt vieler Länder verschafft. Ich bin stolz auf meine Mitspieler“. Neben dem fünften Platz zeugen auch die Statistiken von einem starken Auftritt von Roettcher und Co. So führt der Namibier Johannes Christiaan Coetzee mit 16 Treffern die Torschützenliste des gesamten Turniers an; Roettcher selbst wurde bester Vorbereiter. „Rund um die Hallen sah man Spieler anderer Teams danach googeln, wo Namibia denn eigentlich liegt”, beobachtete ein Mitglied der namibischen Delegation. „Es

war das Gesprächsthema des Turniers“.

Bei den World Roller Games in Barcelona treten insgesamt 4 120 Athleten in elf Disziplinen an, darunter Inlinehockey, Roller Freestyle und Skateboarding. Das Turnier, das Barcelonas größtes Sportereignis seit den olympischen Spielen 1992 darstellt, startete am 29. Juni mit den Nachwuchs-Turnieren und endet am 14. Juli.

Am Samstag starteten auch die Herren in ihr Turnier und müssen nach einer 3:8 Niederlage gegen Schweden und einem 5:5 gegen China um ihr Weiterkommen bangen. In ihrem letzten Gruppenspiel treffen sie auf China. Wie bereits im Turnier der Junioren ist Namibia der einzige afrikanische Vertreter.