19 Dezember 2012 | Lokales

Inkompetenz bewiesen

Jeder Namibier grault sich davor, beim hiesigen Innenministerium einen Reisepass zu beantragen. Im Hauptbüro in Windhoek wird man mit langen Warteschlangen und teils gleichgültigen Mitarbeitern hinter dem Schalter konfrontiert. Jetzt wird diese Farce noch durch das Fehlen von Passheften verschlimmert.

Zwar wird vom Innenministerium ein alternatives, braunes Reisedokument ausgestellt, das allerdings nur die Einreise in SADC-Staaten garantiert. Wer nun beispielsweise einen Flug nach Deutschland gebucht und sich darauf verlassen hat, noch schnell eine Verlängerung des (grünen) Reisepasses zu bekommen, kann sich die Reise in die Bundesrepublik wahrscheinlich abschminken. Denn selbst wenn die Lieferung neuer Passhefte am 29. Dezember eintrifft, dauert es gewöhnlich zwei bis drei Wochen, bis der Antrag bearbeitet und der Reisepass ausgestellt ist. Und selbst dann kann das Innenministerium nicht versichern, dass man einen Reisepass erhält, da die Zahl der Anträge größer ist als die Stückzahl der erwarteten Lieferung.

Das Schlimme ist, dass die Knappheit an Passheften schon seit Monaten bekannt ist - und anfangs sogar abgestritten wurde. Wie kann es sein, dass Namibier nicht (unbeschränkt) reisen können, weil beim Innenministerium niemand an die Nachbestellung denkt? Die Behörde hat auf der ganzen Linie versagt.