30 Januar 2020 | Gesundheit

In Alarmbereitschaft versetzt

Noch kein Verdachtsfall von Corona-Virus in Namibia - Kontrollen erhöht

Auch in Namibia haben das Gesundheitsministerium und mehrere Interessenträger strenge Maßnahmen eingeleitet, um Verdachtsfälle des Corona-Virus schnell zu identifizieren - besonders an Ankunftsstellen. Bisher gab es aber weder einen Verdacht noch einen bestätigten Fall.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Seit vergangenen Freitag hat das Ministerium für Gesundheit und soziale Dienste zusätzliche Kontrollen beim Hosea-Kutako-Flughafen eingeführt, um eventuelle Vorkommen des Virus schnell zu identifizieren und einzudämmen. Nahezu zeitgleich hat auch die Hafenbehörde NamPort strenge Kontrollmaßnahmen eingeführt.

Die Corona-Virus-Epidemie von 2019/2020 (2019-nCoV) hat ihren Ursprung in der chinesischen Provinz Wuhan im Dezember 2019. Laut der Weltgesundheitsorganisation hat es bis Dienstag (28. Januar) weltweit mehr als 4500 Erkrankungsfälle und 106 Todesfälle gegeben. Zu den Symptomen gehören Husten, hohes Fieber, Atembeschwerden und Kopfschmerzen.

Wie Namibias Gesundheitsminister Kalumbi Shangula jetzt schriftlich bekanntgab, seien die zusätzlichen Kontrollen auf Anweisung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeleitet worden, wonach Präventions- und Kontrollmaßnahmen gestärkt werden müssten. Inzwischen seien die Gesundheitsdirektoren aller 14 Landesregionen aufgefordert worden, die Situation streng im Auge zu behalten. Auch alle Krankenhäuser, Kliniken und sonstige Gesundheitsinstanzen befinden sich in Alarmbereitschaft. „Besonders an den wichtigsten internationalen Einreisehäfen wird eine genaue Überwachung der Situation durchgeführt, um eine rasche Erkennung und Reaktion zu gewährleisten“, erklärte Shangula.

Das bestätigte auch Dan Kamati, Sprecher der Flughafengesellschaft (NAC). Demnach stehe beim Hosea-Kutako-Flughafen eine Ambulanz in Bereitschaft, derweil einreisende Gäste kontrolliert würden. Ein AZ-Leser bestätigte dies und sagte, dass er am Sonntag eine große Menge Personen in der Ankunftshalle mit Schutzmaske wahrgenommen habe, darunter viele Chinesen. „Die Passagiere aus Angola mussten alle durch eine getrennte Kontrolle ins Gebäude eintreten, wo sie mit einem Apparat ‚abgeleuchtet‘ wurden, wie zu Zeiten der Ebola-Epidemie“, berichtete er.

Indessen hat auch die Hafenbehörde NamPort strenge Schutzmaßnahmen ergriffen und gleich mehrere Anordnungen an das Hafenpersonal erteilt. Hafenkapitän Lukas Kufuna teilte schriftlich mit, dass die Schiffsbesatzung nach der Ankunft in Namibia kontrolliert werde - sie dürften lediglich an Land, nachdem eine Gesundheitsfreigabe vom Hafen vorliege. Bei Schiffen „mit erhöhtem Risiko“ (Schiffe, die aus China stammen) müsse das Hafenpersonal Handschuhe und Gesichtsmasken anlegen. „Kapitäne müssen bestätigen, dass sie das Schiff nach blinden Passagieren abgesucht haben“, heißt es weiter.