02 Mrz 2010 | Polizei & Gericht

"Ich wurde nur ausgenutzt"

Windhoek - Der vermeintliche Organisator einer Ausstellung über die sogenannten Ex-DDR-Kinder, Alvys Shiweda, hat sich jetzt von den mutmaßlichen Betrügern distanziert, die für diese Ausstellung Geld sammeln. Im AZ-Gespräch betonte Shiweda gestern, dass er "nur helfen" wollte und seine Gutmütigkeit "ausgenutzt" worden sei.

"Ich wollte ihnen (den DDR-Kindern, die für eine Ausstellung sammeln, die Red.) helfen. Ich wollte, dass die Sache legitim ausgeführt wird und dass sie aufhören, den Namen der Ex-DDR-Kinder in Verruf bringen. Ich bin und ich war nie der Sprecher der Ex-DDR-Kinder und ich war auch nicht der Autor der Flyer", erklärte Shiweda gestern. Und weiter: "Hiermit distanziere ich mich vollständig von jeglichen Aktivitäten der Ex-DDR-Kinder."

Im August vergangenen Jahres wurde durch die AZ öffentlich, dass einige junge Männer, die sich als Ex-DDR-Kinder ausgaben, in der Umgebung der Independence Avenue und der Christuskirche in Windhoek hauptsächlich deutsche Touristen ansprechen und Spenden für eine Ausstellung ihrer Vergangenheit in der Nationalgalerie sammeln. Die Ausstellung war jedoch frei erfunden, haben AZ-Recherchen ergeben. Auch die Polizei ist über die Betrugsmasche informiert und wurde bereits aktiv.

Vor einigen Tagen bekam die Allgemeine Zeitung dann per E-Mail einen Flyer zugeschickt, der auch anderswo in Windhoek kursiert. Mit diesem Informationsblatt wird für eine aktuelle Ausstellung im Studio 77 geworben. Als Ansprechpartner stand Alvys Shiweda der AZ zur Verfügung. Wegen des Betrugsverdachtes hat Tony Figueira, Betreiber der Galerie Studio 77, die Ausstellung aber kurzerhand abgesagt (AZ berichtete).