14 Februar 2020 | Wirtschaft

Häusermarkt außer Puste

Rückgang bei Mietpreisen bremst jährliche Inflationsrate

Die Inflation hat zum Jahresbeginn kräftig an Fahrt verloren, weil vor allem Mieten im Januar laut dem Statistikamt deutlich gesunken sind. Auch bei Lebensmitteln und sogenannten Sündengütern hält sich das Preiswachstum in Grenzen. In der Transportkategorie zeichnet sich indes mehr Preisdruck ab.

Von Clemens von Alten

Windhoek

Die jährliche Inflationsrate für Januar steht bei 2,1 Prozent, hat sich damit im Vergleich zum Vormonat (Dezember 2019: 2,6%) leicht verlangsamt und liegt ganze 2,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Statistikbehörde (Namibia Statistics Agency, NSA) hervor, der gestern in Windhoek veröffentlicht wurde.

Für dieses langsamere Wachstum der namibischen Verbraucherpreise sei vor allem eine plötzliche Deflation in der Kategorie Wohnung, Wasser, Elektrizität, Gas und andere Brennstoffe verantwortlich: Im Januar und Dezember vergangenen Jahres habe es noch ein Preiswachstum von 2,9 beziehungsweise 1,9 Prozent gegeben, doch im ersten Monat 2020 seien das Preisniveau erheblich gesunken (-1,2%). Demnach sind vor allem die Mietpreise im Januar dieses Jahres im Schnitt um 1,5 Prozent gefallen, im Vergleich zu einem Plus von 2,3 Prozent im Berichtszeitraum davor.

Mit einer Gewichtung von 28,4 Prozent haben Wohnkosten den größten Einfluss auf die Inflationsberechnung, gefolgt von den Kategorien Lebensmittel (16,5%), Transport (14,3%) und sogenannter Sündengüter (12,6%). Bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken sei das jährliche Preiswachstum von 1,7 Prozent im Dezember 2019 auf 2,6 Prozent angestiegen, was aber immer noch weit unter dem Januar-Niveau vergangenen Jahres (6,5%) liege.

Ferner habe sich die Transportinflation zwar von 7,3 Prozent vor einem Jahr auf derzeit fünf Prozent gelegt, doch der Preisdruck ist dennoch deutlich höher als zum Ende 2019 (2%). Von Monat zu Monat sind vor allem die Betriebskosten von Transportmitteln deutlich teurer geworden (6,1%). Außerdem hat es laut dem aktuellen Inflationsbericht bei Fahrzeugverkäufen eine Preissteigerung (4,6%) gegeben.

Die Teuerung alkoholischer Getränke, Zigaretten und ähnlicher Produkte setzt NSA-Angaben zufolge ihre rückläufige Entwicklung derweil fort: Mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent haben diese Konsumgüter im Januar 2020 ein weitaus geringeres Preiswachstum erlebet als vor zwölf Monaten (6,4%) und etwas weniger als im Dezember vergangenen Jahres (3,2%). Im Jahresvergleich ist die Inflation bei alkoholischen Getränken von 6,7 auf 4,4 Prozent gesunken, während Tabakwaren laut Angaben des Statistikamtes billiger (-5,1%) geworden sind.

In den weniger schwer ins Gewicht fallenden Verbrauchskategorien habe sich die Inflation in so gut wie allen Bereichen beruhigt, außer in der Kategorie sonstiger Waren und Dienstleistungen (6,3%).

Beispielsweise hat sich laut Bericht das Preiswachstum bei Bildung von zwölf Prozent – sowohl vor einem Jahr als auch im Dezember 2019 – auf derzeit 5,7 Prozent gelegt. Im Gastgewerbe habe die Teuerungsrate im Januar 2019 fünf und im Dezember 4,1 Prozent betragen, und sei im Berichtszeitraum dieses Jahres aber auf 1,1 Prozent gesunken.