02 Februar 2012 | Politik

Herero begrüßen Lindner

Windhoek - Mit diesen Worten hat Ovaherero-Chef Kuaima Riruako gestern den deutschen Afrika-Beauftragten Walter Lindner im Tintenpalast begrüßt, der am Morgen in der Hauptstadt eingetroffen war. Riruako war selbst nicht anwesend. Die Ovaherero-Delegation mit etwa 15 führenden Personen wurde von Chef Kapuuo von Ovitoto geleitet. Die Rede verlas eine Angehörige der Gruppe. Am Nachmittag traf Lindner mit einer Nama-Delegation unter Führung der Chefs David Fredericks und P. S. Kooper zusammen. Des Weiteren hat der Afrika-Beauftragte zu Mittag Vertreter der deutschsprachigen Gemeinschaft Namibias getroffen und sich am Abend bei einem Botschaftsempfang mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ausgetauscht.

Am Vormittag stand noch ein Besuch Lindners bei Minister Kazenambo Kazenambo vom Ressort Jugend und Sport auf dem Programm, der im September 2011 die rund 70-köpfige namibische Delegation nach Berlin geleitet hatte, um 20 Totenschädel nach Namibia heimzuholen. Der Besuch und die umstrittene Abwicklung der Schädelmission haben seither das Verhältnis zwischen der namibischen und der deutschen Regierung belastet. Ein wesentlicher Punkt der Kritik besteht in dem Vorwurf, dass die Bundesregierung die Delegation Kazenambo Kazenambos nicht offiziell empfangen hat. Lindners Besuch gilt als Vorstoß, die Beziehungen wieder zu normalisieren. Der Afrika-Beauftragte hat Kazenambo gestern für Defekte und Unterlassungen beim Berlin-Besuch eine Entschuldigung angeboten, die dieser angenommen hat.

Heute steht eine Begegnung mit dem Premier Nahas Angula und dem Außenminister Uutoni Nujoma auf dem Programm, wonach Lindner zum Waterberg abreist, um dort historische Stätten des Kolonialkriegs aufzusuchen.

Von Lindner sind keine Veränderungen der Position der Bundesregierung zu erwarten, so dass über Reparationszahlung an getrennte Gruppen nicht verhandelt werden kann. Der Afrika-Beauftragte ist jedoch bemüht, die stagnierende Sonderinitiative, die im August 2004 am Waterberg von der damaligen deutschen Ministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, für historisch betroffene Gruppen angestoßen wurde, wieder flott zu machen. Lindner hat bei ersten Begegnungen mit Namibiern erklärt, dass Aussprachen und der Dialog auf trilateraler Ebene zwischen der namibischen und der deutschen Regierung sowie mit den betroffenen Gruppen geführt werden müssten, um wieder auf harmonische und konstruktive Kooperation zurückzukommen.

In Riruakos Rede und Erklärung von gestern steht allerdings die Forderung nach einer "eindeutigen Entschuldigung für Genozid" sowie nach Reparationen unverändert im Mittelpunkt.