30 Juni 2020 | Polizei & Gericht

Henties-Galgen angesteckt: Polizei untersucht den Fall

Swakopmund/Henties Bay (er) - Die Polizei untersucht einen Fall der böswilligen Sachbeschädigung, nachdem am Samstagabend unbekannte Personen den Galgen in Henties Bay in Brand gesetzt und somit versucht haben, die bekannte Sehenswürdigkeit in dem Küstenort zu zerstören. Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem eine Videoaufnahme auf sozialen Netzwerken kursierte, die den brennenden Galgen zeigt.

Laut Erongo-Polizeisprecher Erastus Iikuyu haben die unbekannten Personen zunächst versucht, den Holzstamm, an dem der Galgen befestigt ist, abzusägen. „Sie sind aber gescheitert“, so Iikuyu. Die Täter hätten daraufhin das Holz mit Brennspiritus überschüttet und angezündet. „Zudem wurde das Seil, das sich am Galgen befand, vermutlich von denselben Tätern entfernt“, berichtete Iikuyu weiter. Obwohl in dem Video deutlich ein großes Feuer am Galgen zu erkennen ist, weist das alte Holz so gut wie keine Schäden auf.

Iikuyu zufolge ist das Motiv der Täter nicht bekannt. Es wird allerdings vermutet, dass es einen Zusammenhang mit einer Petition gibt, die seit kurzer Zeit die Runde macht. Darin wird der Abriss der Sehenswürdigkeit gefordert. Die Autoren der Petition begründen, der Galgen sei ein „Objekt, das öffentlich weißen Imperialismus, Kolonialismus, Lynchmord und Sklaverei darstellt“.

Auf einer Plakette am Fuß des Galgens heißt es, das hölzerne Konstrukt sei 1978 von den ersten zwei Henties Bayer Einwohnern errichtet worden und diene als Appell an die Öffentlichkeit, die Stadt und den Strand sauber zu halten. „Diese Geste (der Galgen) ist typisch für den afrikanischen Humor und muss auch ohne negative Konnotation so gesehen werden“, heißt es.