22 Mrz 2019 | Polizei & Gericht

Heckmair-Prozess wird Farce

Angeklagte Amerikaner führen weiter das Gericht vor

Windhoek (ms) – Der Prozess gegen die beiden des Mordes an dem Gastronomen André Heckmair angeklagten US-Amerikaner hat eine erneute Wendung genommen, nachdem einer der beiden Beschuldigten denselben Verteidiger verpflichtet hat, den er erst vor kurzem entlassen hatte.

Bei einer weiteren Vorverhandlung kündigte der Angeklagte Kevan Townsend am Mittwoch an, er habe in privater Eigenschaft den Anwalt Mbanga Siyomuinji engagiert, der ihn zuvor bereits als Pflichtverteidiger vertreten und den er am 12. Februar entpflichtet hatte.

Sein mutmaßlicher Komplize Marcus Thomas ist weiterhin ohne Rechtsbeistand, nachdem er zuvor bereits fünf Anwälte entlassen hatte und das Direktorat für Rechtsbeistand ihm deshalb keinen weiteren Juristen zur Verfügung stellen will. Unabhängig davon, ob er in der Zwischenzeit einen Verteidiger engagieren kann, soll die seit Jahren verzögerte Beweisführung gegen die beiden Angeklagten am 15. April beginnen und in einer ersten Phase für vier Tage andauern.

Anschließend soll das Verfahren vom 6. bis 10. Mai und vom 16. bis 20. September fortgesetzt werden. Die Angeklagten wurden kurz nach dem am 7. Januar 2010 verübten Mord an Heckmaier festgenommen und befinden sich seither in Untersuchungshaft. Dennoch wird ihnen von Staatsanwältin Antonia Verhoef wiederholt vorgeworfen, das Verfahren zu verschleppen. Die längste Verzögerung war von Thomas verursacht worden, der nach einem gescheiterten Fluchtversuch über Monate einen schweren Gehirnschaden vorgetäuscht hatte.