03 Mai 2021 | Verkehr & Transport

„Hafen wurde nicht verkauft“

Itula: Walvis-Bayer-Hafen wurde an arabische Investoren verkauft

Die Hafenbehörde NamPort hat eine Behauptung der Partei IPC widerlegt, dass der Hafen von Walvis Bay an arabische Investoren verkauft wurde. Der angebliche Verkauf wurde jetzt in einem von IPC-Präsident Panduleni Itula an Präsident Hage Geingob gerichteten Schreiben bekannt.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/WBY/Windhoek

Uns ist weder eine Entscheidung noch ein Verfahren bekannt, dass der Hafen von Walvis Bay an Investoren verkauft wurde“, teilte NamPort-Geschäftsführer Andrew Kanime jetzt mit. Er ruft alle Mitarbeiter auf, „nicht in Panik zu geraten“.

Kanime hat Ende vergangener Woche auf ein Schreiben von Panduleni Itula, Präsident der Partei Independent Patriots for Change (IPC) reagiert, das auf sozialen Medien kursiert. Den Brief hat Itula am 20. April an Präsident Hage Geingob verschickt. Darin bringt er seine „tiefe Besorgnis über den angeblichen Verkauf des Hafens an Investoren“ zum Ausdruck.

Itula fordert Geingob und die ehemalige Ministerin für Internationale Beziehungen und Kooperation, Netumbo Nandi-Ndaitwah, auf, einen Besuch in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), wo „das Geschäft offenbar abgeschlossen wurde“, zu erläutern. Weitere Details dazu nennt er allerdings nicht und geht stattdessen in seinem Schreiben auf die Geschichte des Hafens ein.

Demnach sei Anfang der 60er

Jahre beim Hafen eines der Zweige des Befreiungskampfes durch Tatekulu Ndadi gegründet worden. „Es war dort, wo Tate Ndadi als blinder Passagier den Atlantik zu den Vereinten Nationen überkreuzen wollte“, so Itula. Ferner habe die SWAPO Partei im Jahr 1976 beim Hafen ihren ersten Nationalen Kongress gehalten. „Es war in Walvis Bay, wo auch ich im Jahr 1980 ein politischer Gefangener war“, so Itula. „Wir haben in

Namibia während des Befreiungskampfes dafür gekämpft, dass wir nach der Unabhängigkeit auch den Hafen erhalten würden; da Walvis Bay wirtschaftlich von großer Bedeutung ist.“ Der Verkauf des Hafens würde den Einwohnern von Namibia konjunkturell den Hahn zudrehen und somit die volkswirtschaftliche Entwicklung nachteilig beeinflussen. „Namibier werden nicht mehr mit gefalteten Armen sitzen und zuschauen, wie sich deren hart erkämpfte Gewinne des Befreiungskampfes in Luft auflösen“, erklärt Itula abschließend.