29 Juli 2021 | Leserpost

Gute Nacht Namibia

Als treuer Leser der AZ seit 23 Jahren muss ich heute ein Ereignis bei NATIS schildern. Per Post bekam ich das Formular zur Erneuerung der „Car License“ für Ende Juli 21 zugeschickt. Heute, am 27.7.2021 wollte ich bei NATIS in der Talstrasse bezahlen und die neue Lizenz abholen.

Ein Security Mitarbeiter sagte mir, ich dürfe in der Reihe warten, bis ich reinkommen dürfe. Es waren 2 Personen vor mir. Am Counter saß ein staatlich Angestellter, der ausgiebig telefonierte, bevor ich aufgerufen wurde. Sonst war nur ein weiterer Kunde am 2. Counter- sonst niemand. Ich zeigte dem NATIS Angestellten meinen Brief und gab ihm meine Kreditkarte, um die Lizenz zu bezahlen. Der fragte nach einer SMS, die ich ihm zeigen bzw. vorlesen sollte. Hatte ich nicht.

Er schickte mich weg, weil ich keine SMS von NATIS hatte. Also ging ich zurück zur Security und erklärte die Situation. Er ging zurück zum Counter und sprach mit dem Angestellten von NATIS in seiner Sprache über das Problem. Kein Weg - ich müsse erst eine SMS beantragen, was ich auf einem Stück Papier tat, um dann wieder zu erscheinen um „endlich bezahlen zu dürfen“. Am Ausgang traf ich einen verzweifelten Mann, der bereits Tage auf die „wichtige SMS“ wartete, aber keine Antwort bekam. Ein anderer Kunde lachte nur und meinte, es gäbe ja eine „Grace time“ von einem Monat. Aber wenn bis dahin keine SMS kommt...?

Ich weiß nicht, was dieses System der Kundenbedienung bringen soll. Ist es wegen Corona? Draußen waren wir vier Leute und drinnen fünf Menschen an neun Countern. Kein Auflauf von Menschenmassen, aber staatliche Mitarbeiter die mit „Dienst nach Vorschrift“ einen sehr ruhigen Arbeitstag am Handy verbringen dürfen und ausgeruht von der Arbeit nach Hause kommen.

Wir Steuerzahler ziehen hier den Kürzeren, weil wir mit harter Arbeit deren Geld erwirtschaften! Sollte dieses Modell Schule machen in anderen Ämtern und Behörden, dann Gute Nacht Namibia!

Mit freundlichem Gruß

Jens Bittkau

Windhoek