14 Mrz 2019 | Soziales

Großes Potential bei Kindern erkannt

Gemeinnützige Arbeit in Tsumeb: Organisation Tov will bessere Zukunft ermöglichen

Die gemeinnützige Organisation Tov in Tsumeb kümmert sich um 56 Waisen und bedürftige Kinder aus den Armenvierteln der ehemaligen Minenstadt. Sie erhalten nicht nur Mahlzeiten sondern auch die Möglichkeit zu lernen

Von Wiebke Schmidt, Windhoek

Insgesamt sind es 56 Jungen und Mädchen, die täglich vor und nach der Schule zu Tov in Tsumeb kommen, um Frühstück und Mittagessen zu erhalten.

Doch nicht nur das bietet Tov: In verschiedenen Räumen haben die Kinder die Möglichkeit, nach der Schule ungestört ihre Hausaufgaben zu machen und zu lernen. Das entspricht der Philosophie der Organisation, nämlich Kindern durch eine möglichst gute Schulausbildung einen Weg aus der Armut und dadurch eine bessere Zukunft außerhalb der Armenviertel zu ermöglichen.

Aus diesem Grund versucht Tov-Gründer Edward Amadhila möglichst vielen Kindern die Chance zu bieten, eine Privatschule zu besuchen. Bisher sind es drei Kinder, die dies geschafft haben, allerdings stehen drei weitere in Kontakt mit dem St. Boniface-College in der Kavango-Ost-Region. Das Ziel ist, die Anzahl der Kinder, die Privatschulen besuchen, in den kommenden Jahren zu erhöhen.

Unterstützt wird Tov von freiwilligen Helfern, die für mehrere Wochen aus Deutschland nach Tsumeb kommen, um mit den Kindern zu arbeiten. Eine von ihnen war Rebecca Cordemann aus Frankfurt am Main, die für sieben Wochen bei Tov arbeitete. Gemeinsam mit den Angestellten hat sich Cordemann auch mit der Gestaltung des Essensplans befasst, um die Mahlzeiten gesünder zu gestalten. „Die Kinder aus den Townships haben natürlich nicht die Möglichkeit, sich darüber Gedanken zu machen, ob ihr Essen gesund ist oder nicht. Die Familien müssen sich darauf konzentrieren, überhaupt etwas zu sich zu nehmen und zu überleben. Dann ist es nebensächlich, ob die Mahlzeiten gesund sind oder nicht“, erklärt Cordemann. Mit dem Essensplan werde nun versucht, jeder Mahlzeit etwas frisches Obst oder Gemüse beizufügen, um den Kindern, wenigstens fünf Tage die Woche, eine gesündere Mahlzeit zu bieten.

An den Nachmittagen, wenn die Kinder von der Schule kommen, wurden sie von Cordemann eine Stunde in Deutsch unterrichtet. „Es ist unglaublich, wie interessiert und wissbegierig die meisten sind. Einige sind wirklich schnell im Lernen gewesen und hatten eine erstaunlich gute Aussprache. Als ich kam, konnten die meisten von ihnen überhaupt kein Deutsch und als ich ging, konnten alle bis 50 zählen, kannten mindestens zehn Tiere sowie zehn Obst- und Gemüsesorten und noch vieles mehr“, erzählt Cordemann weiter.

Die Zeit, die Cordemann bei Tov in Tsumeb mit den Kindern und den Mitarbeitern verbrachte, hat ihr sehr viel Spaß gemacht. „Dieses Zentrum leistet unter Pastor Edward Amadhela wirklich großartige Arbeit. Jedoch ist diese nicht möglich ohne die Unterstützung von Freunden und Partnern.“ Aus diesem Grund werden Spenden gesucht, um den Kindern weiterhin zu gesunden Mahlzeiten zu verhelfen. Denn Mahlzeiten, die aus frischem Obst und Gemüse hergestellt werden sind deutlich teurer, als das Essen das die Kinder vorher erhalten haben.

Des Weiteren würde sich Cordemann wünschen, dass das große Potential, welches manche der Kinder beim Erlernen der deutschen Sprache gezeigt haben, weiterhin gefördert werden würde. Somit ist jeder, der in Tsumeb oder in der näheren Umgebung lebt und Lust hat, diese kleine Gruppe von Kindern etwa einmal pro Woche in der deutschen Sprache zu unterrichten, mehr als willkommen. Für mehr Informationen steht Pfarrer Edward Amadhila, E-Mail: [email protected] oder Tel.-Nr.: 067-221 289 / 221 292 zur Verfügung.