27 Juli 2021 | Gesundheit

Für vierte Welle gerüstet

Ende Juni war Swakopmunder Krankenhaus zu 118 Prozent belegt

Trotz rückläufiger Corona-Zahlen ist die Anzahl der Todesfälle weiterhin hoch. Mediziner hoffen, dass die dritte Infektionswelle für viele Namibier ein Weckruf war, sich impfen zu lassen. Die Erongo-Region ist auf die vierte Corona-Welle vorbereitet, die zum Jahresende erwartet wird.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Die niedrigste Anzahl Neuinfektionen seit knapp zwei Monaten wurde verzeichnet. Lag die Anzahl Neuinfektionen zum Ende des Monats Juni täglich bei mehr als 1 400, ist diese Ziffer laut dem jüngsten COVID-19-Update (25. Juli) auf 361 zurückgegangen. Die höchste Anzahl stammt aus der Region Sambesi (74), gefolgt von Erongo (44) und Ohangwena (38). Die Anzahl Todesfälle ist um 23 auf insgesamt 2 834 gestiegen. Von den neugemeldeten Todesfällen sind zehn Personen Zuhause verstorben.

„Die Lage hat sich nun beruhigt, aber wir sind für eine vierte Infektionswelle gerüstet, die Ende des Jahres erwartet wird“, sagte Peter Sander, Geschäftsführer der Swakopmunder MediClinic, vor kurzem in Swakopmund. Anlass war eine Spendenübergabe medizinischer Ausrüstung im Wert von einer Mio. N$ von der Uranmine Rössing an Gesundheitseinrichtungen in der Erongo-Region. „Ich hoffe, dass die dritte Welle eine Botschaft war, dass Menschen sich impfen lassen. Dass es Weckruf war“, fügte Sander hinzu.

Bei der Gelegenheit ist er kurz auf die düstere Realität der dritten Infektionswelle eingegangen. Demnach haben Menschen während des Höhepunkts der Infektionswelle „gewartet, dass andere sterben, damit sie ein Krankenhausbett bekommen“. Zum Ende des Monats Juni sei die MediClinic in Swakopmund zu 118 Prozent belegt gewesen, 91 Prozent der Patienten seien an COVID-19 erkrankt gewesen. Trotz dieser hohen Ziffern sei keine Person weggewiesen worden, erklärte Sander. Ihm zufolge ist die Auslastung durch COVID-19-Patienten inzwischen auf 51 Prozent gefallen.

Laut Sander benötigen COVID-19-Patienten zwei wichtige Dinge: Sauerstoff und Vitamin C. Ihm zufolge verfügt die MediClinic in Swakopmund über 6,5 Tonnen Sauerstoff. Zum Höhepunkt der Pandemie seien täglich 1,6 Tonnen benutzt worden.

Dass Vitamin C nicht nur zur Behandlung von COVID-19-Patienten, sondern auch als eine vorbeugende Maßnahme dient, hat Ciske Howard-Smith, Vorsitzende des Erongo-Regionalrats, erkannt. Mittels ihrer COVID-19-Einsatzgruppe hat sie Multivitamine und Vitamin C im Wert von 20 000 N$ gekauft, die an Mitglieder der Gemeinschaft verteilt werden. Das teilte Howard-Smith jetzt mit und bedankte sich für entsprechende Spenden aus der Öffentlichkeit.

Howard-Smith hat zusammen mit dem Privatsektor die Swakopmunder Stadthalle binnen drei Wochen in eine COVID-19-Einrichtung mit 15 Betten umgewandelt. „Die Anlage wird bereit sein, sollte Namibia von einer vierten COVID-Welle getroffen werden. Wir werden nicht wieder unvorbereitet sein“, erklärte Howard-Smith.