15 Juli 2021 | Glosse

Für paar kalte Tage brauchste keine Bodenheizung

Im Lande der Braven und Bravourösen sind die Häuser für den Sommer gebaut, nich für den Winterfrost. Und den Winter merkste an den kalten Händen und an der Klobrille, wenn die Kälte besonders nach Sonnenuntergang ganz dreist aus den Ecken um sich greift. Schlimmer isses in den Blechpontoks, die im Sommer nich kühlen, sondern backen. Die im Winter nich wärmen, sondern Kühlkammern werden. Um so mehr drängt der staatliche und soziale Wohnungsbau, für den nach Abzug der Korruptionsgelder von Stinkfisch-Managern und anderen Kassengreifern noch etwas Ovimariva übrig sein muss. Mit bewusster Familienplanung und Ausmerzung der Korruption kann sehr viel mehr für alle Menschen getan werden. Da könnte der Harambee-Wohlstandsplan tatsächlich an Gestalt gewinnen.

Vorerst müssen wir nach dem Delta-Krönungsvirus noch den Omega-Virus erreichen, denn der müsste der letzte sein. Duitsche Sprache nich einfache Sprache, denn der Duden macht den kleinsten Krankheitserreger sächlich, aber erkennt auch unsere Umgangssprache an, wo dieser tödliche Xhocha als männlich durchgehen kann. Genderfimmler ham mit dieser Sprachregel nix zu tun.

Behördengänge vom Totenbett bis ins Grab

Der Sensenmann geht um. Und so musste ein Mann den Ablauf, das Prozedere und den Behördengang in Ovenduka in Angriff nehmen. Am Anfang muss der Totenschein her, der unumstößlich das Ende eines Menschen festschreibt. Die Sterbeurkunde muss ja ein Arzt ausstellen. Aber das Krankenhaus macht das in diesem Fall net nich auf Anhieb.

Der Mann wird vom Krankenhaus, der Stätte des Abgangs, erstmal zum Innenministerium, sprich Home Affairs, geschickt. Aber das Amt, wo das Bevölkerungsregister geführt wird, will erst nix wissen und schickt ihn zu GIPF, Government Institutions Pension Fund, um ausfindig zu machen, ob da Bestattungsgeld oder auch eine Pension liegen. Nachdem er dort Auskunft erhalten hat, - wir wissen nich welche - geht er wieder zu Houm Affährs. Die sagen ihm, dass er jetzt zum Krankenhaus zurückgehen könne.

Eine Stufe geschafft! Jetzt rückt das Krankenhaus den Totenschein raus. Damit macht er sich auf den Weg zum Bestattungsunternehmen. Das fertigt ihn noch nich ab, denn er muss in der Leichenhalle erst den Toten identifizieren. Dort trifft er den Zuständigen und zeigt den Totenschein vor. Der Wärter führt ihn in die Halle, wo ca 45 Tote in doppelten Plastiksäcken neben- und auch aufeinander liegen. Jetzt is der Suchende wirklich auf den Wärter angewiesen, denn die Hüllen sind außen nich gekennzeichnet, die sind höchstens chronologisch gelagert. Die Leichen sind am großen Zeh und an der Hand mit einem Zettel gekennzeichnet. Also müssen der Wärter und der Suchende erst etliche Säcke nacheinander öffnen und die angehängte Beschriftung am Zeh oder an der Hand tjecken, bis der richtige Name auftaucht und damit die sterblichen Überreste identifiziert sind und mit der Sterbeurkunde übereinstimmen.

Sie sind fündig geworden! Der Mann, jetzt kein Suchender mehr, geht nun zum Beerdigungsunternehmen und regelt den übrigen Ablauf.

Der Autor und sein Verleger

Verleger:

Warum so trüb?

Autor:

Ach, Freund , mir stahl ein Bösewicht

Mein ungedrucktes Lehrgedicht.

Verleger:

Der arme Dieb.

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Noch ein Epigramm, hier als Kurzdialog aus dem Reclam-Band, Leipzig: Deutsche Epigramme aus vier Jahrhunderten. - Und dann eine Korrektur. Vor einer Woche is `n Fehler bei der Angabe der Lebensdaten des Epigrammatikers Arno Holz unterlaufen, der über Stirn, Hirn und Maul getextet hat. Sein Leben ging nich rückwärts, wie der Textteufel der AZ es wollte, bzw. wie der Schreiberling das verpatzt hat, sondern vorwärts, nämlich von 1863 - 1929. Der Titel für Verfasser von Epigrammen is leicht irreführend, denn die sind mos keine Grammatikpauker sondern eher pfiffige Sprachkünstler und in der Anschauung sind se Komiker.