20 September 2011 | Dauerbrenner

Feine Maschine, schlechtes PR

Zu Recht hatte die amtierende Chefin von Air Namibia, Theo Namases - die Stelle des Geschäftsführers ist immer noch nicht besetzt - zum Empfang des neuen Airbus A319-100 am Flughafen Hosea Kutako geladen. Drei weitere dieser (noch fast nagelneuen) Maschinen folgen bis ins nächste Jahr hinein, um die Fluglinie auf afrikanischen Mittelstrecken, wo der Airbus eingesetzt wird, wettbewerbsfähig zu machen und die allgemeine Flugsicherheit zu erhöhen. Das hat Namases gebührend mit einer Feuerwehrspritze zur Flugzeugtaufe und knallenden Sektproppen feiern lassen. Übrigens hat sie das neue Flugzeug gleich mit Flugkapitänen und führendem Bordpersonal vorgeführt. Also Technik und Flugersonal schaffen Vertrauen und Imagepflege.
Was dem Ruf der subventionierten Fluggesellschaft wiederholt schadet, sind stümperhafte Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationslücken bei Flugausfall. Der Fluggast akzeptiert, dass unvorhergesehene Faktoren auftreten oder ein Start erst nach dringender Reparatur folgt. Aber wenn die Fluggesellschaft das schon viele Stunden zuvor weiß, das ihren gebuchten Gästen aber nicht mitteilt, so dass sie umsonst zum Flughafen kommen, dann lässt das tief in die Mentalität der Chefetage blicken.
Die Gesellschaft braucht nicht nur neue Maschinen, sondern dringend auch ein neues Ethos für Public Relations.