14 Juli 2019 | Afrika

Extremisten töten 29 Menschen bei Anschlag auf Hotel in Somalia

Somalia kommt nicht zur Ruhe: Die Terrormiliz Al-Shabaab richtet erneut ein Blutbad an, diesmal in einem Hotel in einer Küstenstadt. Eines der Todesopfer hatte es sich zur Aufgabe gemacht, der Welt eine bessere Seite des vom Krieg zerrissenen Landes zu zeigen.

Von Deutsche Presse-Agentur, dpa
Mogadischu

Islamistische Extremisten haben in Somalia ein Hotel angegriffen und mindestens 29 Menschen getötet. Die Angreifer veschanzten sich für mehr als zehn Stunden in dem Hotel, bevor Sicherheitskräfte den Anschlag beenden konnten. Dabei seien auch mindestens 56 Menschen verletzt worden, sagte ein Sprecher der Regierung der Region Jubaland, Abdinor Ibrahim, am Samstag. Die somalische Terrormiliz Al-Shabaab beanspruchte den Anschlag für sich.
Das Hotel in der Hafenstadt Kismayo ist bei Politikern und im Ausland lebenden Somaliern beliebt. Bei dem Anschlag am Freitag wurde unter anderem die prominente Journalistin und Aktivistin Hodan Nalayeh und ihr Mann getötet. Die Mutter von zwei Kindern war vor nicht allzu langer Zeit aus Kanada in ihr Heimatland zurückgekehrt. „Sie hat ihr Leben den Menschen Somalis gewidmet und dafür, über positive und aufmunternde Geschichten zu berichten“, schrieb ihre Familie auf ihrer Facebook-Seite. Der Chef der Organisation für Migration (IOM) in Nigeria Franz Celestin, der Nalayeh persönlich kannte, twitterte, „sie war wahrhaftig eine Botschafterin für Somalia“.
Unter den Todesopfern waren neben etlichen Somaliern auch kenianische, amerikanische, britische, chinesische und tansanische Staatsbürger, wie es in einer Mitteilung der Regionalregierung hieß.
Ein Selbstmordattentäter sprengte sich zunächst am Freitagabend vor dem Hotel in die Luft, wie Polizeioffizier Mohamed Hussein sagte. Daraufhin stürmten Angreifer in das Gebäude. Die Sicherheitskräfte hätten sich die Nacht hindurch Kämpfe mit ihnen geliefert, sagte Ibrahim. Demnach waren es insgesamt fünf Angreifer: Einer starb bei dem Selbstmordanschlag, drei wurden getötet und einer wurde festgenommen.
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Er beteurte, die Vereinten Nationen würden die Menschen Somalias und ihre Bestrebungen nach einer friedlichen Zukunft stets unterstützen.
Die Terrormiliz Al-Shabaab kämpft seit Jahren in dem Land am Horn von Afrika um die Vorherrschaft. Die mit Al-Kaida verbundenen sunnitischen Fundamentalisten kontrollieren weite Gebiete im Süden und Zentrum Somalias und verübt immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte und Zivilisten. Die US-Streitkräfte und eine Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützen die Regierung im Kampf gegen die Gruppe. Die USA fliegen regelmäßig Luftangriffe gegen Al-Shabaab-Kämpfer.