28 Dezember 2007 | Kultur & Unterhaltung

"Etoscha-Kunst" wird auch im Ausland bestaunt

Windhoek - Wenn die südafrikanische Kunstzeitschrift "Art South Africa" über einen Künstler oder sein Werk schreibt, dann ist das ein großes Kompliment. So jedenfalls empfindet es die Windhoekerin Imke Rust. "Art South Africa" gilt als die beste englische Zeitschrift über Kunst im südlichen Afrika. In seiner jüngsten Ausgabe hat das Blatt detailliert über "expressing.etosha" berichtet - ein "land art"-Projekt im Naturschutzreservat Etoscha, das Rust initiiert hatte.

Umso enttäuschender für alle an dem Projekt betroffenen Künstler war die Rezeption in Windhoek. Die Nationalgalerie hat kürzlich eine Ausstellung eröffnet, in der die Etoscha-Kunst dokumentiert wird. Zur Eröffnung, die unter anderem von staatlicher Seite organisiert wurde - schließlich feiert Namibia das 100-jährige Bestehen des großen Wildparks -, erschienen nur wenige Besucher. Was wohl weniger an mangelndem Interesse als vielmehr an mangelhafter Logistik gelegen haben soll. So hatte es anfangs geheißen, dass Präsident Hifikepunje Pohamba die Ausstellung eröffnen sollte. Die Künstler selbst durften keine Gäste laden, weil die staatliche Gästeliste angeblich schon zu lang war. Und dann mag es noch allerhand andere Komplikationen gegeben hatten, mit dem Resultat jedenfalls, dass die Künstler- und an Kunst interessierte Gemeinde erst im Nachhinein von dem Event erfuhr.

Tröstlich ist, dass die Ausstellung in der Windhoeker Galerie erst am 31. Januar 2008 schließt. Gezeigt werden Photos von den Installationen acht namibischer Künstler, die seit Ende September im Rastlager Namutoni zu sehen sind. Außerdem erzählen Zeichnungen und Modelle über die Entstehung der einzelnen Werke. Zu guter Letzt ist dort ein kompletter Katalog über das bis dato wohl interessanteste Kunstprojekt Namibias erhältlich: "expressing.etosha".