29 Juni 2018 | Geschäft

Es fehlt an Einigkeit

Handelskammer sucht Ausweg aus der Wirtschaftskrise

Die namibische Unternehmenswelt ist zu sehr zersplittert, dass sie sich effektiv an politischen Entscheidungen wirksam beteiligen und einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise finden könnte, meint der Windhoeker Zweig der hiesigen Handelskammer. Das soll sich nun ändern: Ein umfassender Plan soll her.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Der namibischen Geschäftswelt fehlt ein einheitliches Vorgehen, sagte der neue Vorsitzende des Windhoeker Zweigs der Industrie- und Handelskammer (NCCI), Martin Shipanga, diese Woche: „Wir haben einen enorm fragmentierten Ansatz.“ Es gebe eine Vielfalt an Organisationen und Verbänden, die „mehr oder weniger“ dieselben Ziele verfolgen, aber „nicht miteinander reden“. „Wären wir aber vereint, könnten wir die Lösungssuche beschleunigen“, so Shipanga.

Anlass war eine Beratungssitzung der Windhoeker Handelskammer mit dem Ziel, „Ideen auszutauschen“ und angesichts der Konjunkturflaute eine gemeinsame Vorgehensweise zu erarbeiten. „Wenn wir unsere geistigen Fähigkeiten und Mittel zusammenlegen, glauben wir fest, dass wir viel wirksamer auftreten können und eine echte Veränderung bewirken können“, erklärte der NCCI-Funktionär, der die derzeitige Wirtschaftslage als Beispiel nutzte und sagte: „Fragt man Politiker, wie wir dieses Dilemma überwinden wollen, gibt es keine klare Antwort – im Gegenteil: uns wird wortwörtlich dieselbe Frage gestellt.“

„Ideen gibt es viele, nur fehlen uns oft die Ressourcen, um diese auch zu verfolgen“, ergänzte NCCIs Politberater Leonard Kamwi, der in diesem Mangel an Mitteln die Grundlage einer breiten Zusammenarbeit sieht. Daher sei es an der Zeit, die Geschäftswelt zu vereinen, um einen solchen Plan zu erarbeiten, mit dem die Handelskammer an die Regierung sowie an andere wichtige Interessenträger herantreten könne – ob nun NCCI-Mitglieder oder unabhängige Organisationen. „Bevor wir eine entsprechende Agenda formulieren, müssen wir alle gewichtigen Organisationen einladen und diese mit einbeziehen“, betonte Shipanga.

Shipanga rügte allerdings auch das mangelnde Interesse in Namibia, sich an „strategischen Plattformen“ zu beteiligen. „Ich weiß zwar nicht, woran das liegt, aber unsere Teilnahme ist sehr wichtig“, hob der NCCI-Funktionär hervor. „Denn sonst werden ausländische Berater angestellt, die irgendwelche Richtlinien formulieren, die uns schließlich Vorgaben machen, obwohl wir gar nicht mitgewirkt haben.“ Die Folge sei, dass „Beschwerden ein wenig zu spät erfolgen“.

Shipanga nutzte auch die Gelegenheit, das neugewählte Führungsgremium des Windhoeker NCCI-Zweigs vorzustellen, in dem er den Vorsitz hält. Sein Stellvertreter sei Geoffrey Kauta, während Valme Kruger als Schatzmeisterin diene. Die anderen fünf Ratsmitglieder seien Stanley Thomas, Phillip Hikumwah, Taleni Shimhopileni, Parastus Nepolo und Florencia Kavendjii.