01 Oktober 2018 | Geschäft

Eingabefrist für Petitionen verstrichen

Umstrittener Phosphatabbau im Atlantik rückt demnächst wieder in den Vordergrund

Windhoek (ste) - Pünktlich vor dem Verstreichen der Frist zum Ende des Monats September 2018 wurden vier Petitionen, die sich gegen den Phosphat-Abbau im Atlantik vor der namibischen Küste richten, eingereicht. Laut dem Aktivistin Franklin Muningirua habe sich das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) zwar geweigert die Einhändigung schriftlich zu bestätigen, doch sei dies aufgrund der Präsenz von Medien und Interessenvertretern irrelevant.

Bereits am Donnerstag hatten die Anwältin Uno Katjipuka, der Aktivist Michael Gawaseb und der Arbeitsrechtler Herbert Jauch eine Eingabe mit 4000 Unterschriften getätigt (AZ berichtete). Nun folgte der „Economic and Social Justice Trust” diesem Beispiel mit weiteren 450 Unterschriften, die von SADC-Vertretern stammen, die im Vormonat am SDC-Gipfel in Namibia teilgenommen hatten. Außerdem reichte die Lehrergewerkschaft TUN eine Liste mit mehr als 2000 Unterschriften von namibischen Schülern und Studenten ein, mit der Forderung das gesamte Vorhaben für immer zu streichen. Weitere Schüler bilden indessen auch Teil der vierten Liste, die mit 600 Unterschriften von der „Earth Organisation Namibia” stammt.

Am 5. September 2016 hatte das Umweltministerium der Firma Namibia Marine Phosphate (NMP) eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für den rund 120 km südwestlich von Walvis Bay geplanten Abbau von Phosphat erteilt. Dem folgten ein landesweiter Aufschrei und Zivilproteste sowie eine von Fischereiunternehmen eingereichte Klage. Die bei einer öffentlichen Anhörung vorgebrachten Vorbehalte gegen die angeblich umweltschädliche Phosphat-Gewinnung am Meeresboden, brachten den Umweltminister Pohamba Shifeta schließlich dazu, diese Bescheinigung am 2. November 2016 für eine Dauer von drei Monaten zurückzuziehen.

Letztendlich entzog das MET die Bescheinigung insgesamt und ein Prozess seitens der NMP verlief im Sande. Shifeta wollte erneut über eine mögliche Unbedenklichkeitsbescheinigung beraten und dabei auch zuvor ausgegrenzte Umweltschützer konsultieren. Die Frist für Eingaben gegen oder zu Gunsten eines Phosphat-Abbaus hatte am Freitag geendet, wodurch diese Form des Mineralienabbaus nun erneut in den Fokus rückt.