14 Mai 2019 | Natur & Umwelt

Einen sicheren Lebensraum schaffen

KAZA-Länder veröffentlichen Strategieplan zum Schutz der Elefanten

Den Kampf gegen Wilderei stärken und den Mensch-Tier-Konflikt mindern. Dies sind zwei der Hauptpunkte des kürzlich veröffentlichten KAZA-Strategieplans, mit dem die Elefantenpopulation in dem länderübergreifenden Gebiet geschützt werden soll.

Von Nina Cerezo

Windhoek

Rund 220000 Elefanten leben in dem grenzübergreifenden Naturschutzgebiet KAZA (Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area), das sich über die Länder Namibia, Botswana, Angola, Sambia und Simbabwe erstreckt. Botswana und Simbabwe beheimaten dabei laut KAZA die meisten Dickhäuter (rund 85 Prozent), während sich die Bestände in Angola und Sambia in den vergangenen Jahren deutlich verringert hätten – „und das aufgrund von Wilderei“, lautet es im Elefanten-Management-Strategieplan von KAZA, der im Anschluss an den Elefanten-Gipfel in Kasane, Botswana, vergangene Woche veröffentlicht wurde. Bei dem Treffen waren die Staatsoberhäupter der genannten Länder zusammengekommen, um die Zukunft der Tiere zu sichern (AZ berichtete).

„Wir wollen für unsere Elefanten einen sicheren Lebensraum schaffen“, heißt es in der Einleitung, in der auch auf die „tausende“ Elefanten hingewiesen wird, die bislang in Afrika Wilderern zum Opfer gefallen seien. Die Zunahme der Wilderei sei dabei besorgniserregend – nicht nur in Bezug auf die Anzahl sondern auch auf das Verbreitungsgebiet, in der sie stattfinde. Diese Aussage sei dabei auch von Namibia bestätigt worden.

Ebenso zugenommen hätten auch die Mensch-Tier-Konflikte in diesem Gebiet, in dem ebenfalls die Bevölkerungsdichte gewachsen sei. KAZA nennt dabei die Möglichkeit, die Tiere aus den dicht besiedelten Gegenden in weniger bewohnte Areale wandern zu lassen, wie beispielsweise in Angola und Sambia, „wo es weite Teile geeigneter Landschaften gibt“, lautet es. Um den Tieren diese Möglichkeit zu eröffnen, müssten jedoch die Wildtier-Korridore gesichert und verbunden werden, heißt es weiter. „In diesem Zusammenhang ist eine langfristige Überwachung der Elefanten und ihrer Migrationsrouten notwendig“, fasst KAZA zusammen, wobei auch die Landnutzung in diesem Gebiet in Betracht gezogen und schlussendlich alles ganzheitlich betrachtet werden müsse.

In Bezug auf die Wilderei sollen ebenfalls umfassende Studien zeigen, „zu welcher Zeit, an welchem Ort und mit welchen Mustern“ das illegale Töten der Tiere stattfindet, wobei in dem Strategieplan von einem „hoch organisierten Verbrecher-Netzwerk“ gesprochen wird, das dieselben Personen nutzt, die auch in Drogen- und Menschenhandel verwickelt seien. Durch das Einwerben finanzieller Mittel soll zudem eine Überwachung aus der Luft gewährleistet werden.

Im Hinblick auf Mensch-Tier-Konflikte nennt KAZA die Verbesserung der Schutzmaßnahmen in den lokalen Gemeinschaften und/oder deren Umsiedlung. Auch der Klimawandel erfordere Handlungen, heißt es weiter. So müssen die Wasserquellen in Angola geschützt werden, die maßgeblich die vier großen Flüsse im KAZA-Gebiet versorgen würden.