29 Oktober 2019 | Meinung & Kommentare

Ein sehr schwieriger Entschluss

Im Oktober 2016 meinte der Sachverständige für Umweltstudien, Dr. Chris Brown: „Jeder hat eine Meinung zum Phosphatabbau und einer ist besser informiert als der Nächste. Doch keiner hat die Zeit oder Lust, noch die Möglichkeit gehabt, die knapp 1 500 Seiten der Studie durchzulesen.“ In einem Vortrag bezweifelte er das Fachwissen der Experten des Umweltministeriums und Professor Andre du Pisani beklagte den Umstand, dass Politiker Standpunkte vertreten und Entscheidungen treffen, weil sie meinen über alles genauestens Bescheid wissen zu müssen, anstatt sich zu informieren und von Fachkräften leiten zu lassen. Immerhin versucht das Umweltministerium nun, sich leiten zu lassen - nicht zuletzt von der Justiz.

Auch die Umweltfachkraft David Russell hat sich gemäß eigener Angaben über lange Stunden hinweg durch diese mühsame Lektüre kämpfen müssen. Wer persönlich mit Mike Woodborne als alt-eingesessenen Minen-Ingenieur in Namibia spricht, oder mit David Russell, der sich mit insgesamt 30-jähriger Erfahrung für die Fischindustrie in Namibia einsetzt, oder gar dem Geschäftsführer der namibischen Umweltkammer, Dr. Brown, dem wird schnell klar, dass diese Menschen mit fundierten Argumenten ihre Standpunkte vertreten. Es sind gebildete Menschen, die man nicht einfach als Schlawiner oder Spinner abtun kann. Das haben sie nicht verdient, denn jede der Parteien könnte Recht behalten - zum Nachteil oder Vorteil Namibias.

Kein Wunder, dass der Richter den Fall erst einmal vertagt hat, weil er sich durch das intensive Studieren sämtlicher bisher veröffentlichter Forschungsberichte und Studien, ein besseres Bild verschaffen will. Hier geht es letztendlich nicht um eine Lappalie - es geht darum festzustellen, ob dies Projekt im Alleingang wesentliche Wirtschaftsfolgen für Namibia haben kann.

Und zwar indem es nahezu ein Äquivalent der Fischindustrie dazuverdient, oder eben im schlimmeren Fall, die arbeitsintensive Fischindustrie ein und für alle Male lahmlegt.