31 Mšrz 2010 | Glosse

Die Party is vorbei - endlich

Nix is schwerer zu ertragen
als eine Reihe von guten Feiertagen -
haben die Altvorderen mos huka schon gesagt.

Jesslaik, so wie wir nich st√§ndig Weihnachten und Ostern feiern sollen oder wollen, so k√∂nnen wir auch nich bis auf Teufel-komm-raus Indeppedenz feiern. Aber seit zwei Jahrzehnten tun wir das, als ob uns morgen schon ein Schelm die Souver√§nit√§t rauben k√∂nnte. Nat√ľrlich sind da die Freigeborenen, die also ab 1990 zur Welt gekommen sind, denen eingebl√§ut werden muss, wie schwer der Straggel war. Es hat einmal einen F√ľhrer gegeben, der hat diese Straggel-Phase sogleich mit seinem "Kampfbuch" festgehalten, das die Djerries jetzt ganz zaghaft wieder anpacken, da sie sich sachies von der Selbstzensur befreien. Sachies, um ja nich dabei aufzufallen. Aber schlie√ülich muss toch die Neugier siegen, zu ergr√ľnden, wie und woher das alles kam, was die Djerries noch so bereitwillig mit sich rumschleppen. Intellectual pursuit w√ľrde der Engl√§nder das nennen, was wir locker als Recherche der Vernunft, als geistiger Pirschgang √ľbersetzen k√∂nnten, wobei bei den Tommies dabei ganz ma√ügeblich is, dass der Pirschg√§nger die Spur konsequent dahin verfolgt, wo immer sie hinf√ľhren mag und sich nicht durch politische, religi√∂se, oder spiritistische Altweiber- Tabus abschrecken l√§sst.
Bei uns is auch stief Kampfkultur angesagt. Check nur den w√ľst unbekannten b√§rtigen Krieger s√ľdlich von Ovenduka, wie der die Handgranate gen Norden auf die Hauptstadt schmei√üen will. Ob ihm der Wurf gelingt? Wenn keine Besucher auf dem Gel√§nde sind, krabbeln und kraxeln Auas-Poviane um den unbekannten Helden rum, rei√üen nordkoreanische Lettern aus der Heldenmauer und lassen f√§kale Markenzeichen als Meinungsaussage liegen. Dann is da das Milit√§rmuseum in den Mauern der Alten Feste von Okahandja zur Heroisierung alter K√§mpen. Kriegerfiguren stehen jetzt schon viele Jahre im Vorhof rum. Wenn Du die Kamera draufh√§ltst, kommt der bedonnerte Wachmann in der Camouflage-Uniform - der kann ja nich anders, als im Befehlsnotstand zu handeln - und droht Dir mit Folgen, denn solange das Museum nich eingeweiht, also nich er√∂ffnet is, herrscht da Fotoverbot, als w√ľrde hier der namibische Kernreaktor entstehen, von dem Omupr√§sidente I mos schon lange tr√§umt. Tr√§umt - wie √ľbrigens vom Hafen von M√∂webucht an der Skelettk√ľste, von der Joghurt-Plantage in der Namib und von der Wasserleitung aus dem Kongo-Fluss nach Jung-Namibia.
Zwischen Möwebucht und Ariamsvlei in der Nord-Karru, zwischen Schuckmannsburg am Sambesi und Oranjemund herrscht bleddy-well wieder Alltag, denn seit gestern is der Haushalt da. Jetzt wissen wir, was wir uns leisten können, Burwurst und Vetkoek oder Hammelkeule, Emmentaler und Champagner oder Pap en Derms.
Die Frage, wer sich was leisten kann, is nochall leicht zu beantworten und hängt gar nich vom Haushalt ab. Alle Angehörigen der Hammelkeulenklasse haben sowieso die Wahl, ännitaim auf Vetkoek oder Pap en Derms umzusteigen. Aber nich umgekehrt.
Kapiert?