22 Mai 2020 | Natur & Umwelt

Die Natur bietet die Lösung

Namibia feiert den weltweiten Tag der biologischen Vielfalt

Namibia feiert heute mit dem Rest der Welt den Tag der biologischen Vielfalt. Namibier sind dazu angehalten, nachhaltige Praktiken zu fördern und sich für den Naturschutz einzusetzen. Darüber hinaus wird die Welt dazu aufgerufen, nach Lösungen für die COVID-19-Pandemie in der Natur zu suchen.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/Windhoek

Menschen sind von einem gesunden Ökosystem völlig abhängig, da es alle Grundbedürfnisse erfüllt“, teilte das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus mit. Unter diesem Motto feiert Namibia heute den Tag der biologischen Vielfalt. Im Vordergrund steht die Förderung einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen durch die künftigen sowie gegenwärtigen Generationen.

„Anlässlich des Gedenkens dieses Tages, rufen wir Namibier dazu auf, Praktiken, die nicht mit unseren Maßnahmen zum Erhalt der Umwelt vereinbar sind, zu unterlassen und zu verurteilen“, heißt es von Seiten des Ministeriums. In diesem Zusammenhang hebt das Ministerium besonders die Wilderei in den Vordergrund, die die größte Bedrohung für die biologische Vielfalt darstelle. Es seien vor allem Nashörner und Elefanten aufgrund der „Gier“ gefährdet. Auch das Abholzen und Ernten von Holz sowie weiterer Waldressourcen seien in den vergangenen Jahren zur Norm geworden und würden das kostbare Ökosystem der Wälder gefährden. Es gebe weitere „dringende Herausforderungen“, wie das Vermüllen und Umweltverschmutzung, die Verwüstung von Lebensräumen durch den Sandabbau und andere Arten des Bergbaus, die Wüstenbildung durch den Klimawandel sowie die Umweltzerstörung durch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken.

Die Regierungsinstanz erinnerte ebenfalls an die COVID-19-Pandemie, die in einem kritischen Augenblick der namibischen Geschichte zugeschlagen habe. Sie habe die Wirtschaft, aber vor allem den Tourismus nachteilig beeinflusst. „Angesichts der Krise werden Namibier und die Weltgemeinschaft während des diesjährigen Tages der biologischen Vielfalt ermutigt, nach Lösungen für die Pandemie in der Natur zu suchen. Nationale und internationale Forscher sind aufgefordert, mit Verwendung unserer natürlichen Ressourcen nach einer Heilung des Virus zu forschen“, heißt es.

Diese Ansicht teilt auch Elizabeth Mrema, vom Sekretariat der biologischen Vielfalt (CBD). Sie möchte nach der Krise gemeinsame Maßnahmen ergriffen sehen, mit denen eine widerstandsfähige und nachhaltige Weltwirtschaft aufgebaut wird, bei der die Natur im Mittelpunkt steht.