30 Dezember 2005 | Glosse

Das war's erstmal

Dezember liegt in letzten Zügen

Zweitausendfünf - das Jahr der Lügen.

Wir denken hier ganz einfach an die lange Untersuchung im Obergericht, von Juli bis Oktober. Noch nie wurde soviel gelogen wie im Avid-Verhör, als Richter Raymond Heathcote - der Jurist mit dem literarischen Namen - den 30 Millionen der Sozialversicherungskommission nachgespürt hat.

Aber halt! Da ha'm noch andere mitzureden, die den Lügner bleddy schnell ausfangen und zwischen Kokolorus und Tatsache unterscheiden. Pardon, die meisten kennen das, aber wir zitieren ihn wieder, den Otto, der seinen Straßennamen, gemeint ist die Bismarckstraße, in Ovenduka noch keinem modernen Helden abgegeben hat. Also, der Otto hat seine Pappenheimer im Reich und außerhalb gekannt. Den Otto konnten die damals nicht leicht vernürken. Sagte er sinngemäß etwa: "Niemals wird mehr gelogen als vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd."

Diese Superlative ist mit Avid (heißt zu Deutsch, wir erinnern: "gierig") nicht hinfällig geworden. Sie muss aber dringend mit Folgendem ergänzt werden. Denn nun gilt: "Niemals wird mehr gelogen als am Obergericht von Ovenduka, wenn der Richter geklaute Millionen sucht."

Die Nation der Braven hat das tapfer über drei, vier Monate mitgemacht. Die Aussagen gehörten keiner Zeitung und keinem Funk, sie gehörten dem ganzen Volk.

Der Richter mit dem literarischen Namen hat noch vor Jahresende dem Gericht seine Zusammenfassung gegeben und kommt zu dem Schluss: die Zeugen haben nicht nur geflunkert, Märchen erzählt, nein, es besteht genügend Grund zur Annahme, dass die bleddy stief Meineid geleistet haben. Deshalb soll der Generalstaatsanwalt(Anwältin) Meme Martha Imalwa zur strafrechtlichen Verfolgung übergehen, meint Heathcote und lässt das Scherzen. Wenn es einen Juristen gibt, der trotz Ernst und Regelwerk die Komik des Augenblicks erfasst hat, ist es Heathcote:

"Wollt Ihr sagen, dass es sich um Monopoly-Geld handelt?" Diese Frage stellte er der Christophine Kandara, nunmehr Witwe, und den anderen Verhörten, als sie erzählten, wie sie Konten geöffnet, geschlossen, Gelder geschoben und überwiesen, abgehoben und geschachert haben. Die Aussagen dienten ständig dazu, auch neue Spuren zu verwischen, die durch andere Aussage zutage traten.

Nichts ist so, wie es gesagt wird. Deshalb könnte es im Strafprozess weitergehen, wenn die Imalwa 'was taugt und 'was draus macht.

Hören wir uns die Storie an, die einer der Exinsassen von Robben Island in diesem Jahr beim Exhäftlingstreffen im neuen Staatsarchiv von Ovenduka zum Besten gegeben hat.

- Eine Gruppe Patienten, die aus der Psychoklinik entlassen werden soll, erhält als Test den Auftrag, eine Tür an die Wand zu malen, durch die sie bald fortgehen können. Also malen sie die Tür an die Wand und sökkeln sich dann vrek, da durchzugehen.

Einer macht jedoch keinerlei Anstalten und lacht sich krumm, wie sich die Anderen den Kopf einrennen. Der Wächter wird aufmerksam und meint bei sich: "Der hat's gerafft." Der Patient schüttet sich aus vor Lachen: "Die können mos nich raus. Ich hab' den Schlüssel!" -

Mögen Sie einen besseren Weg ins neue Jahr 2006 finden!