31 August 2011 | Wirtschaft

Bekenntnis zur Kooperation

Windhoek - Anlass des Forums am Montag in Windhoek war der Besuch des deutschen Entwicklungsministers Dirk Niebel. Übrigens sein zweiter Besuch in diesem Land binnen 19 Monaten, wie der deutsche Botschafter Egon Kochanke hervorhob. Dies zeige, "wie sehr Namibia dem Minister am Herzen liegt", sagte der Diplomat.

Tom Alweendo, Generaldirektor der Nationalen Planungskommission (NPC), welche die Verwendung des Geldes aus Niebels Ministerium vor Ort koordiniert, zeigte sich "froh, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auch die Wirtschaft in Namibia ankurbelt". Allerdings gebe es noch große Herausforderungen, vor allem die Arbeitslosigkeit. "Die vielen Arbeitslosen können nicht von der Regierung beschäftigt werden, sondern nur vom Privatsektor. Die Regierung muss ihre Rolle spielen, aber nur in Kooperation mit dem Privatsektor", so der NPC-Chef, der sich wünschte, dass Namibia "mehr innovativ" ist. Die Regierung könne Ideen zum Beispiel finanziell unterstützen, fügte er hinzu.

Dem stimmte Vekuii Rukoro, Präsident des Namibischen Arbeitgeberverbandes (NEF), prinzipiell zu - und versicherte, dass der Privatsektor die Regierung bei Wirtschaftswachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen will. Vielleicht sogar mit einer direkten Finanzspritze aus Deutschland? "Geben Sie uns etwas Geld - der Privatsektor kommt schneller aus den Startlöchern. Wir gehen in die Regionen und schaffen Arbeitsplätze, anstatt auf die Vision 2030 zu warten", sagte Rukoro an Minister Niebel gewandt.

Für den NEF-Präsidenten ist die Sache ohnehin ganz einfach und klar. "Der Privatsektor und die öffentliche Hand sollten von der deutschen Erfahrung lernen", sagte er mit lobendem Verweis auf die Situation der Bundesrepublik vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise sowie mit kritischem Augenmerk auf die Lage im eigenen Land: "Wir debattieren und experimentieren zurzeit mit neuen Strategien, um Jobs für Arbeitslose zu schaffen." Als "größte Herausforderung" bezeichnete Rukoro die "entscheidende Verbindung zwischen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum, das in sinnvollem ökonomischem Wachstum münden sollte", was aber in Namibia nicht geschehen sei. Der NEF-Präsident lobte indes die PPP-Initiativen (Public Private Partnership) des Global Compact Network Namibia als elegante Form der Kooperation zwischen Regierung, Privatsektor und Gesellschaft, die alle davon profitierten.

Über dieses Modell klärte Bob von Heereman, PPP-Experte für die deutsche Entwicklungsgesellschaft GIZ, auf. So sei die GIZ bereit, für das Projekt eines Privatunternehmens Kosten und Risiko zu teilen, wenn das Vorhaben "soziale Vorteile" (z.B. Jobschaffung, lokale Wirtschaftsförderung) verspricht. Bis zu zwei Millionen Namibia-Dollar pro Projekt mache die GIZ dafür locker, erklärte von Heereman. Die Baumarkt-Sparte der Pupkewitz-Gruppe habe über diesen Weg den Handel mit Baumaterial in ländlichen Gebieten ermöglicht, überdies laufe zurzeit ein Pilotprojekt, wonach durch Auslagerung von Dienstleistungen der Wolwedans Lodge eine separate Wäscherei entstehen soll.

Als gelungenes Kooperationsprojekt zwischen Privatsektor und seinem Ministerium nannte Minister Niebel den Bau der Ohorongo-Zementfabrik in Verbindung mit dem jetzt gestarteten Projekt "Energy for Future" zur Gewinnung von Biomasse (durch Entbuschung) als Brennstoff für die Ohorongo-Öfen. Dies sei eine typische "win-win-Situation", führte er aus, und sagte abschließend: "Wir wollen mehr solcher Erfolgsgeschichten."