30 Oktober 2015 | Lokales

Aufräumen bei Stadtverwaltungen

Vorneweg: Es ist unmöglich allen gerecht zu werden und auf die Wünsche eines jeden Einzelnen oder Gruppen einzugehen. Aber es gelten bestimmte Regeln, damit eine Gemeinschaft funktionieren kann. Auch Bürger müssen sich an gewissen Bestimmungen halten, damit eine Stadt funktionieren kann, so auch die städtischen Angestellten und die gewählten Stadträte. Die städtischen Angestellten sollten daran denken, dass es die Steuerzahler sind, die ihr Gehalt bezahlen, die ihren Arbeitsplatz erhalten und die deshalb ein Recht auf eine ordentliche Dienstleistung haben. Im Gegensatz zur Regierung kann eine Stadtverwaltung ihre Angestellten feuern. Jeder Bürger hat das Recht auf frisches Trinkwasser, auf Strom und eine vernünftige Unterkunft. Die Wasser- und Stromversorgung kostet Geld, Bürger müssen dafür zahlen, aber es gibt eine Vielzahl an Einwohnern, die sich dies nicht leisten können. Andere müssen deshalb für jene geradestehen. Das ist in vielen Fällen unvermeidlich und dort muss die Regierung einschreiten und die Stadtverwaltungen nicht allein stehen lassen. Jeder Bürger sollte jedoch dafür sorgen, dass kein Wasser und kein Strom verschwendet wird. Kein Wasserhahn darf tropfen oder gar laufen, kein Gerät oder Licht darf unnötig angeschaltet sein. Das ist die Pflicht eines jedes Bürgers, egal ob arm, reich, jung oder alt. Die Verantwortlichen in Unternehmen, in Ministerien, in staatlichen Institutionen und in Organisationen müssen dafür sorgen, dass kein Wasser oder Strom verschwendet wird. Es ist an der Zeit, dass jene zur Verantwortung gezogen werden, die dies nicht tun. Ebenso müssen jene städtischen Angestellten zur Verantwortung gezogen werden, die ihre Arbeit nicht tun und ihre Dienstleistung nicht erfüllen. Solche Angestellten sind nicht nur verantwortlich, dass Wasser und Strom verschwendet wird, sondern sie sind generell dafür, dass wichtige Finanzen der Stadt – Steuergelder – verschwendet werden. Im gleichen Atemzug müssen auch gewählte Stadträte zur Rechenschaft gezogen werden. In einigen Orten darf dabei nicht bis zur nächsten Wahl gewartet werden, um, wenn die Wähler reif genug sind, diese Amtsträger abzuwählen, sondern dann muss von höherer Stelle eingegriffen werden. Wie viele Stadtverwaltungen und -räte in Namibia sind noch fähig, ihre Orte oder Städte gesund zu verwalten? Die wenigsten, wie allgemein bekannt. Es wird sich in allen Positionen auf Kosten der Steuerzahler entweder selbst bereichert oder dafür gesorgt, dass Familienmitglieder, Stammesangehörige oder Parteigenossen profitieren. Zu leiden hat der gesetzestreue Steuerzahler und Bürger. Es ist aber auch die Pflicht jener Steuerzahler und Bürger, sich für ihre Stadt einzusetzen, indem sie zu Bürgerversammlungen und an die Wahlurne gehen. Wer nur zu Hause oder am Stammtisch sitzt und mault darf sich nicht wundern, wenn sich nichts ändert. Dirk Heinrich