31 März 2021 | Landwirtschaft

Aquaponik-System vorgestellt

SchĂŒler sollen selbstĂ€ndig fĂŒr klimaresistente Nahrung sorgen

Die Hanns-Seidel-Stiftung (HSF) hat zusammen mit der finnischen Botschaft gestern im Rahmen des Projekts „Contributing to Food Security in Namibia using Aquaponics-Systems in a Pilot Project Approach“ das erste Aquaponik-System auf dem GelĂ€nde der Aris-Grundschule, etwa 20 km sĂŒdlich von Windhoek, vorgestellt.

Von Claudia Reiter

Windhoek

Aquaponik ist ein Wortspiel aus Aquakultur (Fischproduktion) und Hydroponik (Pflanzenproduktion im Wasser ohne Boden), also eine Kombination der Fisch- und Pflanzenzucht. Das von der finnischen Botschaft finanzierte Aquaponik-Projekt zielt darauf ab, das Wissen und das VerstĂ€ndnis auf dem Gebiet der klimaresistenten Aquaponik zu fördern. Ziel sei es, die ErnĂ€hrungssicherheit zu stĂ€rken und neue Möglichkeiten fĂŒr sicheren Lebensunterhalt in den Gemeinden zu schaffen.

Die Programmkoordinatorin der finnischen Botschaft, Hannele Hupanen, erklĂ€rte, dass es wichtig sei, dass die Gemeinde die volle Verantwortung fĂŒr das Projekt ĂŒbernimmt. „Es ist großartig, dieses System als das erste von vielen zu sehen und es kann als Schaufenster fĂŒr kĂŒnftige Besucher und Menschen dienen, die sich fĂŒr das Potenzial des Aquaponik-Systems interessieren.“ Ihr zufolge hat diese Art von Projekt den Vorteil, dass Kinder und Jugendliche mehr ĂŒber Aquaponik lernen können, indem sie das System beobachten und in dessen Bedienung geschult werden. „Ein praktischer Ansatz kann ein großartiger Weg sein, um zu entdecken, wie Ökosysteme funktionieren und wie Lebensmittel angebaut werden können“, sagte Hupanen.

Der Aquaponik-Projekt-Koordinator von der Hanns-Seidel-Stiftung, Burton Julius, erklĂ€rte, dass dieser den SechstklĂ€sslern der Schule nun beibringen werde, sich um das System zu kĂŒmmern und dies instandzuhalten. Diese sollen dann ihr Wissen den Klassen unter ihnen vermitteln. Das Fischfutter werde vom Fischereiministerium bereitgestellt, welches jeweils drei Monate im Voraus bestellt werden muss.

Der Bau der Aquaponik-Anlage wurde kurz nach der Aufhebung des COVID-19-Ausnahmezustands im September vergangenen Jahres erfolgreich begonnen. Eco Smart Water Technologies Namibia CC wurde mit dem Bau und der Installation der Aquaponik-Testanlagen beauftragt. Das fĂŒnfköpfige Team war in der Lage, erfolgreich ein modernes, effizientes und effektives Aquaponik-System aus lokalen Produkten zu bauen. WĂ€hrend des tĂ€glichen Aufbaus der Aquaponik-Anlage dokumentierte und entwickelte das Projekt eine Reihe von Lehrvideos, die fĂŒr die AufklĂ€rungs- und Bewusstseinskampagnen von TH!NK Namibia in den sozialen Medien sowie fĂŒr Schulungen genutzt werden sollen.

Über 60 Prozent der Namibier sind laut des Projekts direkt oder indirekt von der Landwirtschaft als Hauptquelle fĂŒr ihren Lebensunterhalt, ihr Einkommen oder in anderer Form der materiellen UnterstĂŒtzung abhĂ€ngig. Die Mehrheit der lĂ€ndlichen Gemeinden hat zudem mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kĂ€mpfen und lebt von mageren Einkommen, was die AbhĂ€ngigkeit von der Landwirtschaft noch verstĂ€rkt. Um eine klimagerechte landwirtschaftliche Lösung fĂŒr diese Probleme zu bieten, wurde das Aquaponik-Projekt als alternativer Weg zur Durchsetzung der Nahrungsmittelselbstversorgung gestartet.