29 Mai 2019 | Verkehr & Transport

Air Namibia leugnet Probleme

Verzögerte Zahlungen und verringerte Flotte sind „gängige Praxis“

Die staatliche Fluggesellschaft Air Namibia streitet nicht ab, mit mehreren Zahlungen in Verzug zu sein und Flugzeuge aufgrund technischer Probleme nicht zu nutzen. All dies sei jedoch ein Resultat der aktuellen Wirtschaftslage und unter diesen Bedingungen ganz normal.

Von C. Sasman und N. Cerezo, Windhoek

Alles entspreche dem „normalen Betrieb“, sagte Air Namibias Kommunikationsbeauftragter Paul Nakawa auf Nachfrage des Verlags Namibia Media Holdings (NMH). Gleichzeitig verwies er auf die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, unter denen „alle staatlichen Institutionen“ derzeit leiden würden. „Und aus diesem Grund verzögern sich bei uns wie bei allen anderen Organisationen von Zeit zu Zeit die Zahlungen an unsere Lieferanten“, erklärte Nakawa und fügte hinzu: „Es gibt manchmal einfach eine Zeitspanne zwischen dem Moment, in dem wir von unseren Kunden Geld erhalten und den Eingang von Rechnungen. Am Ende zahlen wir aber, auch wenn dies manchmal etwas später ist.“

So bestreitet die Fluggesellschaft nicht, in den vergangenen zwei Monaten versäumt zu haben, die Pensionskassenbeiträge von rund 700 Mitarbeitern mit einem Gesamtwert von drei bis vier Millionen N$ bei Alexander Forbes beglichen zu haben. Auch sei es wahr, dass Air Namibia derzeit ihren Piloten keine Reise- und Aufenthaltskosten (S&T) mehr zahle – diese Informationen waren dem NMH-Verlag aus anonymen Quellen zugespielt worden.

Ebenso gaben jene Informanten an, dass der Treibstofflieferant Engen am vergangenen Donnerstag (23. Mai) die Betankung eines Air Namibia-Flugzeugs am internationalen Hosea-Kutako-Flughafen (HKIA) verweigert habe, weil eine Rechnung noch ausstehend sei. „Wir haben gute Geschäftsbeziehungen mit Engen und ich kann versichern, dass unser Flugbetrieb dadurch nicht gestört wird“, erläuterte hingegen Nakawa.

Der Pressesprecher erklärte außerdem, dass derzeit nur sieben der insgesamt zehn Flugzeuge einsatzbereit seien. Bei zwei der drei Maschinen, die aktuell nicht fliegen, würden jedoch „planmäßige“ Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Die dritte des Typs A319 sei derzeit auf Zypern und werde dort einem sogenannten C-Check unterzogen. Dieser wird nach Angaben des Pressesprechers etwa alle 20 bis 24 Monate, nach einer bestimmten Anzahl von Flugstunden oder nach Angaben des Herstellers durchgeführt. Nakawa räumte diesbezüglich eine Verzögerung bei der Reparatur ein, die er jedoch mit der Lieferzeit der Ersatzteile begründete. Die Arbeiten seien nun jedoch abgeschlossen und die Rückgabe des Flugzeugs werde zeitnah erwartet. Die Behauptung des anonymen Informanten, jene Maschine sei aufgrund technischer Mängel als nicht mehr flugtauglich eingestuft worden, wiedersprach Nakawa. „Das ist falsch und die Anschuldigung ist haltlos“, sagte er.