28 September 2018 | Meinung & Kommentare

Afrika hat ein Mitspracherecht

Am 8. Mai 1945 um 23 Uhr trat die amtliche Kapitulation Deutschlands in Kraft und bereits am 26. Juni 1945 unterzeichneten 50 Staaten die Charta der Vereinten Nationen (UN) auf der Konferenz von San Francisco. Die Charta hatte seine Wurzeln im Völkerbund, der nach dem ersten Weltkrieg zustande kam, aber immer wieder gescheitert war. Zusammen mit Polen gründeten 51 Staaten die UN. Im Jahr 1960 gehörten dann 91 und 1990 sogar 154 Staaten als Mitglieder dazu. Mit 193 Mitgliedern im Jahr 2013 blickte die UN auf eine Wachstumsrate von nahezu 380% zurück.

Außer den drei Gründungsmitgliedern Südafrika, Ägypten und Äthiopien, gehörten die restlichen 52 der heutigen 55 Afrika-Staaten (die mehr als 1,2 Milliarden Menschen vertreten) zu den Ländern, die gar nicht zu jener Zeit der UN beitreten konnten, da sie Kolonialgebiete waren. Und auch in Asien waren Länder wie z.B. Indien noch nicht in die Unabhängigkeit entlassen worden.

Doch nach wie vor wird der Sicherheitsrat, das Hauptorgan der UN, von fünf ständigen Mitgliedern (Frankreich, Russland, USA, die Volksrepublik China und das britische Königreich) und zehn gewählten Ländern angeführt wird. Dabei können die ständigen Mitglieder durch ihr Vetorecht jeden Beschluss des Rates torpedieren.

Die UN-Charta von 1945 entspricht allein wegen des Mitgliederwachstums nicht den heutigen Tatsachen. Darum ist es unverständlich, wenn sich ausgerechnet die Länder, die ständig das Prinzip der Demokratie propagieren, sich heute weigern die UN von Grund auf neu zu konzipieren und der Realität anzupassen.

Der Import von Gütern aus sowie der Export strategischer Mineralien an die restliche Welt sollte Afrika genau wie jeder Kontinent zu einer ordentlichen Vertretung im UN-Geschehen berechtigen. Nur so bekommen kontinentale und regionale die nötige Beachtung von den jetzigen „Machthabern“.

Afrika verdient als Teil der Weltgemeinschaft eine entsprechende Vertretung. Da hat der namibische Präsident Hage Geingob vollkommen Recht!

Von Frank Steffen