Diese Karte gibt einen Anhaltspunkt dessen, was in Namibia bis 2030 als Gesamtstrategie für erneuerbare Energien mit Schwerpunkt „grüner Wasserstoff“ umgesetzt werden soll. Foto: GRN
Diese Karte gibt einen Anhaltspunkt dessen, was in Namibia bis 2030 als Gesamtstrategie für erneuerbare Energien mit Schwerpunkt „grüner Wasserstoff“ umgesetzt werden soll. Foto: GRN

Vier Wasserstoff-Produktionsstätten

Namibia hält ein landesweites sowie internationales Vertriebskonzept bereit
Das Hyphen-Wasserstoffprojekt im Tsau /Khaeb-Nationalpark wird zweifelsohne zur größten Produktionsstätte für grünen Wasserstoff in Namibia. Es ist allerdings nicht die einzige Stätte, die in die Strategie für erneuerbare Energie eingebracht wird: landesweit sind vier Kerneinrichtungen geplant. Indessen plant Südafrika bereits eine erste Anlage bei Prieska in der Karoo.
Frank Steffen
Von Frank Steffen, Windhoek

Der namibische Wasserstoffkommissar, James Mnyupe (CA, CFA & CFP) wurde als ehemaliger Investmentbanker und Vermögensverwalter nicht zufällig von Präsident Hage Geingob zum Kommissar und ferner zum Mitglied des „Namibia Investment Promotion and Development Board“ (NIPDB) ernannt. Er ist als Regierungsvertreter eine der treibenden Kräfte, die eine Gesamtstrategie für Namibia erarbeitet haben. An Namibias Küste sind drei Produktionsstätten geplant: Lüderitzbucht, Walvis Bay und Möwe-Bucht.

Wie bereits berichtet wird das Hyphen-Programm zum Kernstück der „Southern Corridor Development Initiative“ (SCDI), das als erweitertes Programm unter dem Kode „Valley 2 Karas“ läuft. „Cleanergy Namibia“ gilt wiederum als Generator der „Valley 1 Erongo“-Entwicklung und „Valley 4 Kunene“ liegt auf der Höhe von Möwe-Bucht. Dieser Hafen sollte bereits ausgebaut werden, als noch der namibische Gründungspräsident, Sam Nujoma, das Land regierte. Die AZ weiß von einem vollkommenen Master-Entwicklungsplan, der bereits seit Jahren auf Halde liegt und durch diese Entwicklung neuen Auftrieb erhalten könnte. Diese drei Küstenentwicklungen werden durch den Einsatz von Wind- und Solarenergie die Produktion von grünem Wasserstoff vorantreiben.

Um die Vorgaben der Vision 2030 vollkommen umzusetzen wird es noch „Valley 3 Otjozondjupa“ geben, wo durch den Einsatz von Solarenergie kombiniert mit den CO2-Emmissionen der Zementfabriken synthetischer Treibstoff hergestellt werden soll. Das ganze Netz wird dahingehend ausgebaut, dass das gesamte Land von der Entwicklung sowie dem Produkt profitieren kann, wobei die Maße natürlich ausgeführt werden soll – dazu zählen Südafrika und Sambia.

Das Exportziel Südafrika ist indessen selbst mit einer entsprechenden Entwicklung beschäftigt. Unter dem Namen „Prieska Power Reserve“ entsteht „ein katalytisches Projekt, das ab 2025 grünen Wasserstoff und Ammoniak produzieren wird“, so die Internetseite. In der Umgebung von Prieska (Karoo-Ebene) gibt es bereits einige Solaranlagen und einen Windpark. Somit müsste sich Namibia bereits bald entscheiden, ob es bei der grünen Wasserstoffproduktion die Nase vorn haben möchte oder wie bisher, Südafrika nachhinken will.

Die drei bevorzugten Partnerländer sind momentan Belgien, Deutschland und die Niederlande. Fest steht, dass die potenziellen Vorteile auf lokaler beziehungsweise nationaler sowie regionaler und globaler Ebene enorm sind. Nicht nur die Infrastruktur im Lande, sondern der davon begleitete Wohnungsbau und Zugang zur kostengünstigeren lokalen Energieversorgung, würden die Wirtschaftsentwicklung vorantreiben, während kein teures Geld mehr in die Stromeinfuhr investiert würde. Laut Mnyupe schwebt dem Staat die Gründung des Finanzhauses „SDG Namibia One“ vor, welche Fazilität Geld über Namibias Umwelt-Investmentfonds beschaffen und an potenzielle Investoren ausleihen soll, so diese in die Strategie für Erneuerbare Energie investieren.

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2022-11-27

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