High Tec in Mangetti Dune

„Hand in Hand for Africa“ fördert Schule im Buschmannland
Die Mangetti Dune Combined School ist eine Schule mitten im Busch. Seit Anfang dieses Jahres verfügt sie über eine Internetverbindung zur St. Georges International School, einer Internatsschule auf einem anderen Kontinent.
Wiebke Schmidt, Mangetti Dune
Wiebke Schmidt, Mangetti Dune

Die Mangetti Dune Combined School ist eine Grund- und weiterführende Schule in der gleichnamigen Ortschaft in der Otjozondjupa-Region. Über 630 Kinder gehen hier von der ersten bis zur neunten Klasse zur Schule. Unter anderem werden sie in Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Kunst unterrichtet. Als eine Cluster-Schule steht sie seit Februar 2021 in regelmäßigem Kontakt mit der Internatsschule St. Georges International School in Köln. Diese Verbindung wurde durch die gemeinnützige Organisation Hand in Hand for Africa hergestellt.

„Die Partnerschaft zwischen Mangetti Dune Combined School und der St. Georges International School begann vor drei Jahren“, teilt Alan Corrigan mit, Projektleiter von Hand in Hand for Africa. Corrigan, dessen Tochter Schülerin der St. Georges ist, kam mit der engagierten Lehrerin Miss Allen ins Gespräch, die sich sehr für die Arbeit des Projekts in Mangetti Dune interessiert. Zusammen mit Alan Corrigan und einer Kollegin reiste sie nach Namibia, um auf Mangetti Dune erste Kontakte mit der Schule zu knüpfen. Dieser Besuch bei St. George’s hat ermöglicht, die Situation der Mangetti Dune-Schule besser zu verstehen und Ideen zu entwickeln, wie Lehrer und Schüler am besten unterstützt werden können.

Man begann verschiedene Veranstaltungen zu organisieren, um Spenden zu sammeln. Zusätzlich erhielten die Organisatoren eine großzügige Spende vom Internationalen Club, einer Elterninitiative, zur Unterstützung des Projekts. Auf diese Weise kamen 11 000 Euro zusammen. Mit dem Betrag konnte der Internetanschluss für die Mangetti Dune Combined School sowie der erforderliche Zubehör für den interaktiven Unterricht und Austausch finanziert werden.

Gemeinsam wurde ein Online-Programm entwickelt, um den beiden Schulen eine effektive Kommunikation und Zusammenarbeit zu ermöglichen. Mit Hilfe des Programms findet ein kultureller und pädagogischer Austausch statt, von dem Lehrer und Schüler auf beiden Seiten profitieren. Der Austausch zwischen den Schulen soll Mangetti Dune zusätzlich einen Einblick in europäische Lehrmethoden geben. Das Ganze läuft interaktiv über ein Smartboard. Die Übertragung erfolgt via Satellit.

„In Namibia gibt es bereits Schulen mit dieser Art von Austausch“, sagt Corrigan. „Allerdings findet der Kontakt nur innerhalb des Landes statt. Mangetti Dune Combined School ist bisher die einzige Schule im Land, die sich mit Schülern von einem anderen Kontinent unterhält – und das mitten im Buschmannland“.

Ein Fenster zur Welt

Die Schüler sind stolz darauf, in der Mangetti Dune Combined School unterrichtet zu werden. Sie gilt als eine der besten Schulen in der Region. Bis 2016 wurde bis zur siebten Klasse unterrichtet. Dann wurde auf die achte Klasse erweitert und seit 2018 können die Schüler bis zur neunten Klasse lernen. An dem Programm nehmen täglich bis zu zwölf Kinder von der vierten bis zur neunten Klasse teil. Sie lieben diesen Unterricht, bei dem ihnen Lehrer Vernon Mazila am Smartboard Mathematik, Physik und Naturkunde lehrt. Außerdem, werden viele Lehrfilme auf You Tube gezeigt. „Dieser Unterricht gefällt uns allen sehr. Es ist wirklich großartig zu sehen, wie es in anderen Ländern aussieht und man erhält so viele Informationen“, erklärt Dausab aus der neunten Klasse. Anderen Schülern gefällt es, mit Schülern aus Deutschland zu kommunizieren. Dreimal in der Woche findet ein derartiger Austausch statt. Jedesmal nehmen andere Schüler aus der Mangetti Dune Combined School daran teil. So haben alle Kinder und Jugendliche von der vierten bis zur neunten Klasse die Möglichkeit, mit Schülern der St. Georges Schule zu sprechen und sich auszutauschen.

Die größte Herausforderung ist, dieses Projekt am Laufen zu halten. „Durch Corona waren die vergangenen Monate sehr schwierig“, erklärt Corrigan. „St. Georges war vor acht bis neun Monaten komplett geschlossen, darum konnte in dieser Zeit kein Austausch stattfinden.“ Corrigans Wunsch ist, dass die Schüler täglich mindestens eine Stunde miteinander kommunizieren. Zusätzlich sollten nach der Schule die älteren Kinder der St. Georges die Kids in Mangetti Dune Combined School unterstützen. „Das erweist sich als ziemlich schwierig“, sagt Corrigan. Die Kinder würden zwar gerne mitmachen, doch durch die Pandemie haben sie sehr viel Lernstoff nachzuholen. Jetzt wird versucht, den Austausch und den ‚Nachhilfeunterricht’ im Lehrplan einzubauen.

Die Chance auf eine bessere Zukunft

Seit 15 Jahren setzt sich Hand in Hand for Africa in Mangetti Dune ein. Die Organisation eröffnete eine Tagesstätte, in der täglich etwa 100 Kinder und ältere Menschen versorgt werden. Das Krankenhaus in dem kleinen Dorf sowie die Mangetti Dune Combined School wurden renoviert . „Mit Hilfe der Organisation Hand in Hand for Africa konnte die Schule komplett renoviert werden. Zusätzlich wurde sie um sechs Klassenzimmer und zwei Büros erweitert und das Schülerheim vergrößert“, erklärt Corrigan.

Das nächste Ziel ist, dass die Schüler der Mangetti Dune Combined School bis einen Abschluss der zehnten Klasse machen können. In der Ortschaft Tsumkwe, die 95 Kilometer entfernt liegt gibt es zwar Schulen, die dies anbieten, doch sind diese hoffnungslos überlaufen. Die Kinder zur Weiterbildung nach Grootfontein zu schicken, das wollen die wenigsten, da sie direkt aus dem Busch kommen und dann auf einmal in einer großen Stadt leben sollen. „Die Kinder sollen nicht nur regelmäßig etwas zu essen erhalten. Es ist ebenso wichtig, dass ihnen eine Ausbildung ermöglicht wird, damit sie eine Chance auf eine bessere Zukunft erhalten“, sagt Corrigan abschließend.

Kommentar

Allgemeine Zeitung 2022-11-27

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