Air Namibia schweigt zu Abkommen über Frachtbeförderung von 2008
Windhoek – Mit Verweis auf ein bevorstehendes Gerichtsverfahren lehnt die Fluggesellschaft Air Namibia die Herausgabe von Details zu einem Vertrag, den das staatliche Unternehmen am 9. November 2008 mit einer Privatfirma zur Beförderung von Luftfracht geschlossen hat, kategorisch ab. Der Politiker Johan de Waal (DTA) hatte jüngst im Parlament nach Details dieses Geschäfts gefragt, das der Fluggesellschaft beträchtliche Einnahmen bescheren sollte (AZ berichtete).
„Ich kann bestätigen, dass wir eine Vereinbarung mit einer Firma unterzeichnet haben, die für uns lohnender ist als der vorherige Vertrag. Das war eine rein geschäftliche Entscheidung “, sagte Air-Namibia-Geschäftsführer Kosmas Engumbo jetzt auf AZ-Nachfrage. Allerdings: „Zu dieser Sache steht wohl ein Gerichtsverfahren bevor. Die Anwälte einer Transportfirma und unseres Unternehmens tauschen derzeit Dokumente aus, deshalb kann ich keine Details nennen“, räumte er ein.
Bei dem Vertrag geht es um die Buchung von Frachtkapazität einer namibischen Firma bei Air Namibia auf allen Flügen nach Europa (Frankfurt/M. und bis zur Einstellung dieser Verbindung zum 3. Juni 2009 auch London-Gatwick). De Waal hatte vorgerechnet, dass die Beförderung von jeweils zwölf Tonnen Fracht zum Preis von 1,42 US-Dollar pro Kilogramm bei sieben internationalen Flügen wöchentlich Einnahmen in Höhe von 119280 US-Dollar (ca. 950000 N$) pro Woche allein von dieser einen Firma bedeuten würden. Engumbo wollte die Zahlen nicht bestätigen, sagte aber, dass der (neue) Vertragspartner „trotzdem einen vereinbarten Betrag zahlt“, auch wenn die Frachtmenge nicht ausgeschöpft werde.
De Waal, der unlautere Absprachen hinter dem neuen Abkommen wittert, bekam im Parlament auf seine Anfrage nur eine ausweichende Antwort von Finanz-Vizeminister Tjikero Tweya. Dieser erklärte, dass keine Zahlen genannt werden könnten, bevor ein vom Generalbuchprüfer genehmigter Finanzjahresbericht vorliege (AZ berichtete). Der DTA-Politiker kündigte daraufhin an, sich an die Antikorruptionskommission (ACC) zu wenden. Air-Namibia-Chef Engumbo sagte jedoch auf AZ-Nachfrage, dass sich die ACC in dieser Sache noch nicht bei der Fluggesellschaft gemeldet habe. Die Jahresberichte von Air Namibia für 2006, 2007 und 2008 werden frühestens Mitte September im Parlament vorgelegt.