Staatliche Fluggesellschaft vom Pech verfolgt: Vogelschlag, Triebwerksprobleme, Verspätungen
Drei Flüge, drei Problemfälle: Das ist die traurige Bilanz von Air Namibia in der vergangenen Woche. Nach mehrstündigen Verspätungen am Montag und Dienstag musste die Maschine von Frankfurt nach Windhoek am Donnerstag sogar kurz nach dem Start umkehren.
Windhoek/Berlin/Frankfurt - Die jüngste Panne sei auf ein Defekt am Triebwerk zurückzuführen, erklärte Wimpie van Vuuren, Leiter von Air Namibia in Europa, jetzt am Rande der Reisemesse ITB 2009 in Berlin. Seinen Angaben zufolge sei der Flieger vom Typ Airbus A 340 am vergangenen Donnerstagabend in Frankfurt/M. mit Ziel Windhoek gestartet und nach ca. 20 Minuten wieder umgekehrt. Es habe Probleme mit einem Triebwerk gegeben, das wenige Tage zuvor von Lufthansa – Air Namibias Vertragspartner für den Service – eingebaut worden sei. „Eine Gefahr hat nicht bestanden, trotzdem ist die Maschine umgekehrt, weil bei uns die Sicherheit vorgeht. Wir haben schließlich die Verantwortung für die Passagiere“, so van Vuuren. Die Passagiere wurden nach Angaben von Air Namibia in zwei Frankfurter Hotels untergebracht, Passagiere hatten sich nach dem Ausfall zwei Tage zuvor darüber beschwert, sie hätten am Flughafen campieren müssen.
Die Fluggesellschaft habe sich entschieden, das Triebwerk komplett auszutauschen, wodurch das Flugzeug 24 Stunden am Boden bleiben müsse, erklärte van Vuuren. Um die Verspätung in Grenzen zu halten, habe Air Namibia ihren zweiten Airbus vom Typ A 340 von London nach Frankfurt geholt und damit die Fluggäste des Vorabends um 14.45 Uhr namibischer Zeit nach Windhoek geflogen. Durch diese Entscheidung sei wiederum eine zwölfstündige Verspätung für den Flug auf der Strecke London – Windhoek entstanden. Freitagfrüh um 2.45 Uhr startete die kurz zuvor aus Frankfurt gelandete Maschine erneut, mit fünf Stunden Verspätung auf die eigentliche Abflugzeit, gen Deutschland. Auch am Samstag war der Flug nach Frankfurt noch leicht verspätet.
„Wir bedauern sehr, was passiert ist, aber über diese Dinge hatten wir keine Kontrolle. Fakt ist aber, dass wir nie Kompromisse machen, wenn es um die Sicherheit der Passagiere geht“, so van Vuuren, der damit auch Gerüchten eine Absage erteilte, wonach Air Namibia in der Vergangenheit trotz dringender Empfehlungen der Lufthansa-Techniker aus Kostengründen auf eine Reparatur verzichtet haben soll. Das fehlerhafte Triebwerk werde jetzt untersucht, so van Vuuren, das benötige jedoch Zeit. Der Eigner des Flugzeuges, Lufthansa und eine Versicherung seien involviert, fügte er hinzu.
Bereits in den Tagen vor dem jüngsten Vorfall hatte es Verzögerungen im Air-Namibia-Flugplan durch Vogelschlag (8. März, Windhoek – Frankfurt) und technische Probleme (10. März, Frankfurt – Windhoek) gegeben.