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Vom 28.09.2011

Rössing-Antrag wird heute verhandelt

Gewerkschaft wirft Urankonzern vor, Streikregeln missachtet zu haben – Verhandlungen abgebrochen

Swakopmund/Arandis – Fünf Tage nach Beginn des Ausstandes beim Urankonzern Rössing wird dessen Antrag heute vor dem Arbeitsgericht in Windhoek verhandelt. Die Mine will den Streik als illegal erklären lassen, da „die Auszahlung des geforderten Produktionsbonusses kein Bestandteil eines Streiks sein kann“.

Unterdessen bleibt die Situation vor dem Haupttor der Mine bei Arandis unverändert. Auch gestern haben dort geschätzte 700 Kumpel mit Plakaten ihre Forderungen erneut verdeutlicht. Die Arbeiter fordern die Auszahlung eines Produktionsbonusses in Höhe von jeweils 30000 N$. Ein Kompromiss der Mine haben sie am vergangenen Freitag abgelehnt (AZ berichtete). Die nach eigenen Angaben viertgrößte Uranmine der Welt macht pro Schicht einen Verlust in Höhe von 2,5 Mio. N$, während der Streik andauert. Insgesamt sind rund 1650 Arbeiter bei Rössing beschäftigt.

Die Minenarbeitergewerkschaft (MUN) hat Rössing jetzt vorgeworfen, die Streikregeln missachtet zu haben. Laut MUN verrichten andere Personen die Arbeit der streikenden Angestellten. „Das stimmt nicht. Wir haben keine Regeln gebrochen“, sagte Rössing-Pressesprecher Jerome Mutumba gestern auf Nachfrage der AZ. Und: „Wir haben die Gewerkschaft aufgefordert, diese Anschuldigungen zu beweisen, was diese noch nicht getan hat.“

Den genauen finanziellen Schaden während des Ausstandes konnte Mutumba allerdings nicht beziffern. Ihm zufolge wurde fünf Tage nach Beginn des Streiks die Anzahl der Personen vor dem Haupttor noch nicht gezählt. „Wir wissen nicht, wie viele Arbeiter dort streiken“, so Mutumba. Er fügte hinzu, dass die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Rössing-Management seit vergangenem Donnerstag noch nicht fortgesetzt wurden. „Es steht auch kein neuer Termin fest“, sagte er abschließend.
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