
Die Karte zeigte die potenziellen Standorte des neuen Kohlekraftwerks von NamPower: Zwei bei Arandis, einer bei Düne 7 (Walvis-Bay-Standort) und einer nördlich von Swakopmund Richtung Wlotzkasbaken.
Swakopmund/Walvis Bay/Arandis – Um der aktuellen Stromknappheit in Namibia und in der gesamten Region SADC ein Ende zu setzen, will der Energiekonzern NamPower ein neues Kraftwerk errichten und hat dazu mehrere Projekte ins Visier genommen. Neben der Entwicklung des Kudu-Gas-Feldes bei Oranjemund soll in der Erongo-Region ein neues Grundlastkohlekraftwerk gebaut werden, das bis zu 800 Megawatt Strom produzieren kann. Jetzt wurde der Öffentlichkeit die Gelegenheit geboten, die geplante Entwicklung zu kommentieren.
Laut dem Unternehmen Aurecon, das für die Umweltstudie in diesem Projekt zuständig ist, sind die beiden Standorte bei Arandis die bevorzugte Variante. „Vom ersten Screening-Prozess ist es eindeutig, dass die Standorte westlich und östlich von Arandis aus technischen, bio-physischen und sozio-ökonomischen Gründen sowie vom Raum her die besten Optionen sind“, heißt es in dem BID-Schreiben von Aurecon (Background Information Document). Danach folgt die Variante bei Walvis Bay und letztlich ein potenzieller Standort nördlich von Swakopmund. Hier könnte das KKW womöglich auf dem gleichen Grundstück des geplanten Vision-Industrieparks von Gecko errichtet werden.
Laut dem Schreiben soll das Kraftwerk in drei Phasen gebaut werden. Dazu habe man die vorhandene unterstützende Infrastruktur (Wasservorhandensein, Kohle-Belastbarkeit und Transport) in Erwägung gezogen: Das Kraftwerk werde zu Beginn zwischen 150 und 300 Megawatt produzieren. Es würden aber Vorsichtsmaßnahmen getroffen, dies zu erweitern. In der Umweltstudie werde ein Kraftwerk mit einer Maximalkapazität von 800 Megawatt untersucht.
Die Kohle dazu werde höchstwahrscheinlich durch den Walvis Bayer Hafen importiert und per Eisenbahn zum Kraftwerk transportiert. Ein Kohlelager werde es beim Standort geben. Laut dem Schreiben wird das Kraftwerk je nach Größe verschiedene Mengen Kohle benötigen. Ein 150-MW-KKW würde beispielsweise im Jahr rund 468000 Tonnen Kohle beanspruchen, ein 800-MW-KKW sogar 2,5 Mio. Tonnen Kohle.
Da das Projekt noch in der Startphase ist, müssten noch viele Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu hat Aurecon internationale Spezialisten engagiert. Für individuelle Kommentare kann das BID (Background Information Document) von den Internetseiten www.aurecongroup.com oder www.nampower.com.na runtergeladen werden. Die Öffentlichkeit kann bis zum 19. Oktober Vorschläge oder Besorgnisse an Aurecon (E-Mail: Nampowereseia@aurecongroup.com) melden, die in der Umweltstudie beachtet werden sollten.