Staatssekretär: Namibia hat das Problem im Griff – Gemeinsames Vorgehen nötig
Wertvolle Einnahmen gehen den Ländern im südlichen Afrika durch illegales Fischen verloren und Bestände können trotz Schutzmaßnahmen durch die maritimen Wilderer in Gefahr geraten. Staatssekretär Tsheehama sagte allerdings, dass Namibia die Lage dank strenger Kontrollen im Griff habe.
Windhoek – In der Hauptstadt begann gestern eine ministerielle SADC-Konferenz unter dem Thema „Stoppt illegales Fischen“. Für die Länder im südlichen Afrika sei die Fischerei aus wirtschaftlichen, sozialen und umweltbedingten Gründen sehr wichtig, sagte Sandy Davies, Koordinatorin des Stoppt-Illegales-Fischen-Programms. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir keine Probleme mit illegalem Fischfang in unseren Gewässern gehabt“, sagte der Staatssekretär des Ministeriums für Fischerei und Meeresressourcen, Frans Tsheehama, gestern gegenüber der AZ. Dank der strengen Kontrollen durch Flugzeuge und Patrouillenschiffe in Namibias Gewässern und den Inspektoren auf den Schiffen sei die maritime Wilderei drastisch eingeschränkt worden. „Was außerhalb unserer Zone geschieht und welchen Einfluss dies auf unsere Bestände hat, wissen wir nicht. Natürlich können immer noch einige Fangschiffe in unseren Gewässern unbemerkt fischen, aber dies scheint nicht sehr oft zu geschehen“, sagte der Staatssekretär. Er betonte jedoch, dass alle Länder im südlichen Afrika an einem Strang ziehen müssten. „Das illegale Fischen, egal welcher Art, muss ausgerottet werden“, sagte Tsheehama.
Eine Milliarde US-Dollar gehe den Staaten der SADC jährlich durch illegales Fischen verloren. Maritime Wildererei sei nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sondern, vor allem in der Tiefsee, ein internationales Umweltverbrechen, so die Experten. Fischarten, die an die Grenzen der jeweiligen Wirtschaftszonen ziehen und dort gefangen werden, können durch die illegalen Tätigkeiten trotz intensiver Schutzmaßnahmen der Bestände an den Rand der Ausrottung getrieben werden. Konflikte zwischen kommerziellen Fischereiflotten und Existenzfischern würden ebenfalls zu illegalen Fängen führen. Manipulierte Fangquoten, Umladen auf See und das Überbordwerfen ungewünschter Fangmengen oder -arten seien weitere Beispiele des illegalen Fischens, sagte Davies. Gestoppt werden müsste auch das Fischen in geschützten Gebieten, der Fischfang mit illegalen Methoden wie das Dynamitfischen. „Illegales, ungemeldetes und unreguliertes – IUU – Fischen ist ein großes Problem in der SADC-Region, obwohl es an den nötigen Informationen mangelt“, sagte Davies. Den Staaten würden wertvolle Einnahmen verloren gehen, nicht nur der Wert der gefangenen Fische, sondern Lizenz- und Hafengebühren, Verarbeitungskosten, Treibstoff- und Vorräteverkäufe sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen. Hinzu kämen den Experten zufolge auch die Geisterfänge, verursacht durch verlorene Netze, die vor allem die illegalen Fangschiffe nicht suchen und wieder einsammeln und denen sich ungeahnte Mengen an Fischen und anderen Meerestieren verfangen, ungenutzt verenden und verrotten. Die Konferenz endet am Freitag.
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