Windhoek - Der Finanzsektor Namibias muss vertieft und umgestaltet werden, damit dieser auch stark zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitragen kann. Das sagte gestern die Finanzministerin, Saara Kuugongelwa-Amadhila, in Windhoek. Daher sei die Namibische Finanzsektor-Strategie (NFSS) der Jahre 2011 bis 2021 entworfen worden, um als Richtlinie zu dienen. "Wir identifizierten fünf Ziele mit entsprechenden konkreten Ergebnissen", erklärte Ipumbu Shiimi, Gouverneur der Zentralbank (BoN), den Aufbau des Zehn-Jahresplans.
Laut Shiimi müssen die Finanzmärkte Namibias gefestigt und weiter entwickelt werden. "Bis 2021 erwarten wir in dieser Hinsicht, dass 75 Prozent des hiesigen Kapitalmarktes an der Namibischen Böse (NSX) notiert sind", sagt Shiimi. Zwar besitze Namibia eine "gute Infrastruktur" und ein bisher stabiles Finanzsystem, doch die Zukunft sei unvorhersehbar. "Das Finanzsystem Namibias ist gut entwickelt und gesund, aber auch oberflächlich", heißt es in dem Dokument (NFSS). Als zweites sieht der strategische Plan die Einführung eines finanziellen Sicherheitsnetzes vor, um die durch Krisen verursachten Kosten auf ein Minimum zu bringen. "Wir werden entsprechende Sicherheitsnetze einführen, um Einleger (Depositor) zu schützen und finanzielle Stabilität zu sichern", so Shiimi.
Der dritte Reformbereich ist die finanzielle Integration. Darunter zählen Bereiche wie der Verbraucherschutz, Finanzverständnis der Kunden und Zugang zu entsprechenden Dienstleistungen. So solle Namibia bis 2021 über eine Gesetzesvorlage für Verbraucherschutz verfügen, die Transparenz vorschreibt und auf Bedürfnisse der Kunden eingeht. "Die finanzielle Ausgrenzung unter der Bevölkerung soll bis 2021 bis auf 26 Prozent gesenkt werden", meinte Shiimi und erklärte, dass man wohl dieses Ziel überschreiten werde, da zurzeit diese Ziffer 31 Prozent betrage. Ein ähnliches Ziel wurde für die Finanzaufklärung der Nation festgelegt. Laut dem NFSS sollen auch Instanzen gegründet werden, die aktiv klein- und mittelständische Unternehmen (SME) fördern.
An vierter Stelle zählte der BoN-Gouverneur die verstärkte namibische Einbindung und die Lokalisierung des hiesigen Finanzsektors. "Es ist notwendig, dass Finanzinstitutionen von Hiesigen besessen und kontrolliert werden, da Einheimische besser auf die Bedürfnisse des Landes reagieren können", heißt es in der Finanzstrategie. Ein weiteres Ziel des strategischen Finanzplanes ist die Entwicklung von Fachwissen. Dabei wolle man verstärkt Seminare und Training anbieten und Bildungsinstitutionen einbeziehen.
Ein Komitee bestehend aus dem Staatssekretär des Finanzministeriums, dem Gouverneur der Zentralbank und dem Hauptgeschäftsführer der Kontrollbehörde für Finanzinstitute (NAMFISA) werde die Einführung der Finanzstrategie beaufsichtigen, bewerten und schlussendlich sicherstellen.










