Opposition will Einnahmen von Air Namibia aus neuem Vertrag prüfen
Windhoek – Die ausstehenden Finanzberichte der staatlichen Fluggesellschaft Air Namibia sollen „bald“ veröffentlicht werden. Das kündigte Finanzministerin Saara Kuugongelwa-Amathila gestern im Parlament an. Es habe sich „eine Anzahl“ von Reports aufgestaut, diese würden „nach der Wiedereröffnung“ der Parlaments – das jetzt bis Mitte September in die Winterpause geht – vorgelegt, führte sie aus.
Kuugongelwa-Amathila antwortete auf eine Anfrage von Johan de Waal (DTA). Dieser wollte wissen, wann mit den vom Generalbuchprüfer genehmigten Finanzberichten der vergangenen Jahre für die Fluggesellschaft zu rechnen sei. Damit knüpfte der Oppositionspolitiker an eine Frage an, die er bereits Anfang Juni im Parlament gestellt hatte. Diese bezog sich auf einen Vertrag, den Air Namibia am 9. November 2008 mit einer Privatfirma zur Beförderung von Luftfracht geschlossen habe. Nach Aussagen von de Waal soll diese Firma für jeden Flug von Windhoek nach Frankfurt/M. und nach London-Gatwick die Beförderung von jeweils zwölf Tonnen Fracht bei Air Namibia zum Preis von 1,42 US-Dollar pro Kilogramm gebucht haben. De Waal rechnete vor, dass die Fluggesellschaft demnach allein von dieser Firma (bei sieben internationalen Flügen wöchentlich) 119280 US-Dollar pro Woche hätte einnehmen müssen, was bei einem Wechselkurs von 1:8 ein Einkommen von 2,98 Mio. N$ bedeute.
Auf die Frage des DTA-Politikers, wie hoch die Einnahmen von Air Namibia vor dem 9. November 2008 sowie danach – mit Wirksamkeit des besagten Vertrages – gewesen seien, bekam er allerdings nur eine ausweichende Antwort. Finanz-Vizeminister Tjikero Tweya erklärte, dass solche Angaben nicht gemacht werden könnten, bevor ein vom Generalbuchprüfer genehmigter Finanzjahresbericht vorliege.
Aus vertraulicher Quelle erfuhr die AZ, dass der Vertrag nicht eingehalten worden sei, was u.a. eine Wettbewerbsverzerrung darstelle. Air Namibia wird laut dem aktuellen Staatshaushalt 2009/10 mit 100 Mio. N$ bezuschusst.