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Regen in Namibia

 

Vom 30.08.2010

Dämpfer für den Aufschwung

Wechselkurs bremst Gewinne aus Export – BIP-Wachstum nach unten korrigiert

Die Erholung nach der Weltwirtschaftskrise hat im zweiten Quartal dieses Jahres einen Dämpfer erhalten. Vor allem der für die Exportunternehmen ungünstige Wechselkurs hat Erwartungen und Ergebnisse gebremst, während andere Indikatoren gute Leistungen zeigen.

Windhoek – In ihrer aktuellen Wirtschaftsübersicht kommt die Zentralbank (BoN) zu dem Schluss, dass sich die „ökonomischen Bedingungen in Namibia im ersten Halbjahr 2010 weiter verbessert haben“. Dabei wird vor allem auf die Leistungen des Bergbaus und der Landwirtschaft hingewiesen. Auch dies habe dazu beigetragen, den Leitzins unverändert bei 7% zu belassen, wie die BoN am vergangenen Mittwoch bekannt gab (AZ berichtete).

„Der Wechselkurs sorgt für die größte Unsicherheit“, konstatierte indes Robin Sherbourne, Chefökonom beim Versicherungs- und Finanzkonzern Old Mutual, in seiner jüngsten Analyse. Der erstarkte Rand/Namibia-Dollar hat Erwartungen und Gewinne von Exportunternehmen gedrosselt. Eine Veränderung sei bis Jahresende nicht in Sicht, so Sherbourne.

Indes hat Old Mutual seine Vorhersage für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für dieses Jahr von vier auf 3,5% nach unten korrigiert. Das Wachstum werde „hauptsächlich von der Produktion von Namdeb abhängig“ sein, teilte der Ökonom mit und verwies auf die angepeilte Jahresfördermenge des Diamantkonzerns von 1,2 Millionen Karat. „Der Tourismus und das Baugewerbe sind eher schwächer als wir es zu Beginn des Jahres angenommen haben“, führte Sherbourne aus.

Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Bericht über das Vertrauen der Geschäftswelt im 2. Quartal 2010 des Forschungsinstituts IPPR trägt den Titel „Erholung verschoben?“. Demnach hätten nur 27% der Unternehmen, die an dieser Studie teilgenommen haben, von „besseren geschäftlichen Bedingungen“ gesprochen; im ersten Quartal seien es noch 42% gewesen. Auch die Zahl der Firmen, die „deutliche Investitionen“ planen, sei im 2. Vierteljahr gegenüber den ersten drei Monaten 2010 von 58 auf 39% zurückgegangen.

Die Fischerei leide unter dem für den Export unvorteilhaften Wechselkurs, der Tourismus kämpfe mit rückgängigen Besuchern wegen der Fußball-WM, während der Bank- und Finanzsektor „durchweg positive Zeichen“ verzeichnet habe, heißt es in der Auswertung. IPPR räumte allerdings ein, dass sich diesmal nur 34 von 103 angeschriebenen Unternehmen an der Befragung beteiligt hätten, was „enttäuschend“ sei und nur bedingt Rückschlüsse auf die Leistung der einzelnen Bereiche zulasse. Normalerweise würde man „mindestens 50 ausgefüllte Fragebögen“ zur Auswertung heranziehen.

Laut dem Ökonomen Klaus Schade profitiert Namibia derzeit von hohen Rohstoffpreisen (z.B. für Kupfer und Zink), allerdings würde dieser Vorteil vom starken Rand zunichte gemacht. Der Wechselkurs sei ausschlaggebend für die nach unten korrigierte Prognose zum BIP-Wachstum, während die Wirtschaft nicht weniger produziert habe. „Unsere Ökonomie hat sich im ersten Halbjahr 2010 erholt, allerdings hätte eine nochmalige Senkung des Leitzinses einen weiteren Aufschwung bewirkt, vor allem im Bau sowie bei der privaten Kreditaufnahme“, sagte er auf AZ-Nachfrage.

Nach einer verhaltenen Erholung in diesem Jahr erwartet Schade für 2011 durch die Inbetriebnahme der Ohorongo-Zementfabrik sowie die 3. Ausbauphase der Uranmine Langer Heinrich ein „starkes Wirtschaftswachstum“. Diese Vorhersage teilt auch Old-Mutual-Chefökonom Sherbourne, der für kommendes Jahr ein BIP-Wachstum von 6% prognostiziert.

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