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Regen in Namibia

 

Vom 22.02.2010

Deutlich weniger Geld aus der Zollunion

Ausschüttung aus SACU-Topf fällt drastischer als erwartet – Namibias Staatseinnahmen in Gefahr

Windhoek/Kapstadt – Obwohl erwartet wurde, dass die Einnahmen aus der Zollunion des südlichen Afrika (Southern African Customs Union, SACU), die unter den Mitgliedern Südafrika, Namibia, Botswana, Lesotho und Swasiland jährlich geteilt werden, eine fallende Tendenz aufweisen dürften, ist diese nun weitaus größer als erwartet. Wie am Freitag bekannt wurde, werden die Zahlungen in den kommenden zwei Jahren wohl 14,4 Milliarden Rand/Namibia-Dollar weniger betragen als bislang geschätzt. Beobachter beschreiben dies als einen „Albtraum“ für die Mitglieder des Verbundes.

Besonders pikant im Falle Namibias ist die Tatsache, dass die Zollunionüberweisungen der größte Teil des Staatseinkommens sind, rund 40 Prozent in den vergangenen Jahren. Dies waren acht bis neun Milliarden Namibia-Dollar pro Jahr. „Die Ausschüttung an die kleineren SACU-Mitglieder wird um viele Milliarden geringer sein als in den Vorjahren“, sagte ein südafrikanischer Ökonom am Freitag.

In dem am 31. März 2009 abgeschlossenen Finanzjahr betrug die SACU-Auszahlung fast 28 Milliarden Rand/Namibia-Dollar für alle Mitgliedsländer. Zu diesem Zeitpunkt wurden Einnahmen in Höhe von 26,2 Milliarden Rand/Namibia-Dollar für das Finanzjahr 2009/2010 prognostiziert. Dieser Betrag wurde im Oktober auf 19,2 Milliarden Namibia-Dollar revidiert. Nun gehen Experten laut dem Wirtschaftsmagazin Sake24 davon aus, dass die Ausschüttung nur noch 14,99 Milliarden Rand/Namibia-Dollar betragen könnte. Diese Ziffer könne dem südafrikanischen Haushalt, der am vergangenen Mittwoch vorgelegt wurde, entnommen werden.

Die namibische Finanzministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila hatte bei der Vorlage des letztjährigen Staatshaushaltes geschätzt, dass Überweisungen aus der Zollunion um 15 Prozent fallen werden. Diese Prognose dürfte sich jetzt als überaus optimistisch herausstellen.

Die Zolleinnahmen werden nach einer Formel unter den Mitgliedstaaten verteilt, die in der Regel die kleineren Wirtschaften in der Zollunion, dazu gehört auch Namibia, begünstigt. Laut südafrikanischen Presseberichten hat Swasiland die Vorlage seines Staatshaushaltes kurzfristig verschoben, da die SACU-Überweisung an das Königreich im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte eingebrochen sei. In Namibia wird der Staatshaushalt dem Parlament traditionell im März vorgelegt.

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