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Zerstörung

 

Vom 27.06.2008

Wild weiterhin gefragt

Private und staatliche Versteigerung im kommenden Monat – Büffel nur für Export

Die Nachfrage für vor allem seltene Wildarten sei weiterhin vorhanden, da Arten auf Farmen neu ausgewildert oder frisches Blut in die Herden gebracht werden soll. Namibische Wildfarmer können immer noch keine Maul- und Klauenseuche freien Kaffernbüffel und Spitzmaulnashörner ersteigern.

© Dirk Heinrich
Peter Clausen (links) von der Wildfarm Okosongoro und Dr. Hans-Otto Reuter (rechts) bieten zusammen wieder eine kombinierte Lebend- und Katalogwildversteigerung im kommenden Monat an.
Windhoek – Vor allem nach der guten Regensaison am Anfang des Jahres seien Wild- und Jagdfarmer wieder optimistisch und wollen ihre teilweise durch die Dürre im vergangenen Jahr reduzierten Wildherden wieder aufstocken. „Die Nachfrage nach Zuchtgruppen ist sehr gut, aber auch Bullen sind gefragt“, sagte Dr. Hans-Otto Reuter von African Wildlife Services. Manche Jagdfarmbesitzer würden teilweise hohe Preise für männliche Tiere zahlen, um ausreichend Trophäen für ihre Jagdgäste zu haben, da nicht ausreichend Tiere auf der Farm vorhanden seien. „Jagdfarmen und Jagdsafariunternehmen sollten nicht mehr Trophäen anbieten als sie selbst produzieren können, denn der Einkauf von Trophäentieren auf Wildauktionen kann langfristig nur sehr teuer werden“, sagte Dr. Reuter. Wichtig sei jedoch die Herden immer wieder mit „frischen Blut zu versorgen“. Nicht nur männliche Tiere sollten neu in Herden eingesetzt werden, um frische Gene einzubringen, sondern auch weibliche Tiere können und sollen für eine Auffrischung der Herde dienen, sagte Tierarzt Reuter. „Ein Wildbestand sollte durch die Trophäenjagd, Fleischjagd und Wildfang reguliert werden und muss vor allem in geschlossenen Gebieten wie Wildfarmen immer wieder mit Tieren von außen versehen werden“, sagte Reuter.

Manche Arten wie Rappenantilopen haben sich in den vergangenen Jahren auch als eine sehr gute Investition erwiesen, da die Preise und die Nachfrage von Jägern wie Wildfarmern hoch geblieben seien. Für andere Wildarten wie Oryxantilopen erhalten die Farmer mehr für das Fleisch der Tiere, als für einen Lebendverkauf. „Die schnellste Art und Weise Wildtiere von einer Farm zu bekommen wenn die Weideverhältnisse schwach sind, ist immer noch der Fang. Dieser ist jedoch kostspielig und das beeinflusst wiederum den Preis der Tiere. Die Fangkosten müssen auf jeden Fall gedeckt werden“, sagte Reuter. Bei Streifen- und Weißschwanzgnus sei der Preis in den vergangenen Jahren gesunken. „Dies kann an den Veterinärbestimmungen liegen oder an der Tatsache, dass Gnus oft für Überweidung auf bestimmten Stellen einer Farm verantwortlich sind, vor allem wenn die Regensaison unter dem Durchschnitt ausfällt“, sagte der Wildfänger. Farmer wollen keine Tiere, die anständige Preise auf dem Lebendwild, Trophäen- oder Fleischmarkt erzielen.

In diesem Jahr bietet African Wildlife Services Anfang Juli zum 8. Mal eine Wildaktion an, auf der nach dem vergangenen Jahr zum zweiten Mal hauptsächlich Lebendwild angeboten wird. Zuvor waren die Versteigerungen reine Katalogauktionen. Wie 2007 findet die Versteigerung auf der Jagd-, Wild- und Gästefarm Okosongoro zwischen Omaruru und Kalkfeld statt. Ende Juli wird auch das Ministerium für Umwelt und Tourismus wieder eine Katalog-Wildversteigerung anbieten. 40 Kaffernbüffel vom Waterberg-Plateaupark, die frei von der gefürchteten Maul- und Klauenseuche sind, werden neben sechs Spitzmaulnashörnern (Schwarzes Nashorn), 90 Schwarznasen-Impala, 16 Rappenantilopen und 21 Giraffen zum Kauf angeboten.
© Dirk Heinrich
Rappenantilopen im vergangenen Jahr in einer der Abteilungen der modernen neuen Boma (Versteigerungsgehege) auf der Wildfarm Okosongoro. Hier werden die Tiere nach dem Fang untergebracht, können die Käufer die Antilopen betrachten und werden die Tiere auf die Lastwagen verladen, um zu ihrem neuen Besitzer gebracht zu werden.
Namibische Wildfarmer werden wieder nicht die Möglichkeit haben Kaffernbüffel oder Schwarze Nashörner zu ersteigern, da diese beiden Arten nur für den Export bestimmt seien. Kaffernbüffel dürfen wegen Bestimmungen der Veterinärbehörde nicht im kommerziellen Farmgebiet ausgesetzt werden,. Obwohl die Tiere vom Waterberg-Plateaupark stammen, der mitten im kommerziellen Farmgebiet liegt. Schwarze Nashörner (Spitzmaulnashörner) dürfen auch nicht von namibischen Farmern ersteigert werden, obwohl zahlreiche Dickhäuter dieser Art im Rahmen des sehr erfolgreichen Verwahrungsprojektes (custodianship) auf kommerziellen Farmen und kommunalen Hegegebieten ausgesetzt wurden, aber weiterhin Staatseigentum sind. Die Schwarznasen-Impala dagegen sind nur für den namibischen Markt bestimmt und dürfen nicht ausgeführt werden. Giraffen und Rappenantilopen können von namibischen Käufern und jenen aus den Nachbarstaaten ersteigert werden.

Ein Teil der Tiere, die auf der Auktion auf Okonsongoro von African Wildlife Services angeboten werden, sind teilweise nur per Katalog erhältlich, darunter Breitmaulnashörner, Springböcke, Blessböcke, Weißschwanzgnus, Riedbock, Burchells-Zebra, Flusspferde und einige der Moorantilopen.

„Der Vorteil der Katalog-Auktionen ist, dass die Tiere gefangen, verladen und sofort zu ihrem neuen Besitzer transportiert werden. Dort können sie gleich nach der Ankunft freigelassen werden und der Stress wird auf eine sehr kurze Zeit reduziert. Bei Lebendwildversteigerungen stehen die Tiere nach dem Fangen einige Tage oder knapp zwei Wochen in der Boma und dadurch ist der Stress weitaus größer“, sagte Dr. Reuter. Der Nachteil der Katalogauktionen ist, dass der Käufer die Wildtiere nicht vorher begutachten kann.

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