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Regen in Namibia

 

Vom  9.03.2010

Weniger sind mehr?

Die Anzahl, die Population der Elefanten der Region Kunene soll vermindert werden, damit der restliche Bestand existenzfähig bleibt und damit der dort ansässigen Bevölkerung kein Schaden entsteht. Weniger Elefanten sollen gemessen an den Futterreserven und an der menschlichen Besiedlung des nordwestlichen Raums planmäßig integriert und gesichert sein. So will es die Fachschrift, die vom Umweltministerium abgesegnet und mit Hilfe des Landwirtschaftsverbands und der finnischen Botschaft als Handreichung für die Farmer, den Naturschutz und die Jagdbranche gelten soll.
Die Elefanten der extrem ariden Gebiete des Kaokovelds und des Damaralands, wie das extensive Revier der Region Kunene herkömmlich unterteilt wird, gehören für Namibier und Besucher zugleich zum ganz besonderen Reiz der fast ausschließlich naturbelassenen und dünn besiedelten Landschaften. Elefanten, die nach herkömmlichem Verständnis eher in die Savanne und in die Urwälder Afrikas gehören, demonstrieren hier bis tief in die Wüste hinein Überlebenskünste, wonach man sie – fälschlich – sogar einmal zur einer gesonderten Spezies ausrufen wollte. Nun hat der Begriff „Wüstenelefanten“ einfach mit ihrem hier bevorzugten Revier zu tun.
Zusammen mit dem Spitzmaulnashorn verleihen sie dem Nordwesten ein einzigartiges Ambiente, indem sie ein fünf- bis siebenfach größeres Gebiet frequentieren als der Etoscha-Nationalpark misst. In Namibia gibt es außerhalb der Nationalparks tatsächlich viel mehr Wild als innerhalb. Damit sind sporadische Konflikte mit halbnomadischen Viehzüchtern und Ackerbauern, hauptsächlich der Subsistenzwirtschaft vorprogrammiert. Der Staat ist nach der Verfassung verpflichtet, die Lebensbedingungen vor allem der armen Bevölkerung – und die lebt meistens auf dem Land – zu verbessern.
Die manchmal falsch idealisierten Pionierszeiten, da „unberührtes“ Land für die Besiedlung „freigeschossen“ wurde, sind zum Glück vorbei. Die Erkenntnis, dass das angestammte Wild weitgehend mit dem Menschen existieren und dazu zu seinem Nutzen gehegt werden kann, hat sich langsam, trotz arger Rückschläge und Verstöße, eine Bahn geschlagen. Zahlreiche Hegegebiete sind Beweis dafür. Elefanten können sich im ariden Nordwesten tatsächlich über ein Gebiet von über 100000 Quadratkilometer frei bewegen. Aber es gehört ihnen nicht exklusiv. Ihren Zahlen sind konkrete Grenzen gesetzt – sowohl im stetigen Zuwachs der Einwohner als auch in der Ertragsfähigkeit, beziehungsweise Tragfähigkeit der Wüste und Halbwüste. Im Osten des Etoscha-Nationalparks (Jahresniederschlag 400 mm) können acht Quadratkilometer einen Elefanten ernähren, im Raum Sesfontein (Durchschnittsniederschlag 110 mm) braucht ein Elefant 121 km².
Um für die Elefanten Raum zu erhalten, bedarf es der Hege und des angewandten Naturschutzes, was schon praktiziert wurde. Namibia hat dazu Fachkräfte. Die Regierung muss sie nur heranziehen.
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