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Zerstörung

 
Vom 11.01.2008

Tiefe Spuren der Zerstörung

Schutzabsicht gescheitert: Küstenstreifen durch Quadbikes und Allradwagen zerfurcht

Schockierende Bilder aus der Vogelperspektive wurden gestern während eines Rundflugs über den Dünengürtel geboten. Bleibende Narben von Reifenspuren kerben sich in die Flächen, und entlang der gesamten Nordküste ziert ein Radmosaik das Gebiet zwischen Salzstraße und Strand.

© Kirsten Kraft
Hier haben sich Freitzeitgenießer ausgetobt. Zurück bleibt eine auf Jahre zerstörte Wüstenlandschaft.
Swakopmund - Die Absicht der Organisation NACOMA, das Areal zu schützen und dennoch den Tourismus zu fördern, ist fehlgeschlagen. Der Küstenstreifen ist zerfurcht und zerstört, vor allem nördlich von Henties Bay. Fassungslos blickten gestern NACOMA-Mitglieder und Medienvertreter aus einem Flugzeug hinab auf die entstandenen Umweltschäden.

„Ich bin schockiert und entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung“, sagte gestern Rod Braby von NACOMA. Das Küstenmanagement hatte die Medien zu einem Rundflug über den Dünengürtel zwischen Swakopmund und Walvis Bay und bis in den Norden zum Skelettküsten-Nationalpark mitgenommen. Im eingezäunten Schutzgebiet der Damara-Seeschwalbe beim Pferdefriedhof hatten sich vergangene Woche rücksichtslose Wüstenbesucher mit ihren Quadbikes ausgetobt. Drei der Flächen sind von Radnarben regelrecht zerstört worden. Gen Norden, zwischen der Salzstraße und dem Strand, gibt es bis zum Grenzzaun des Skelettküsten-Parks kaum mehr eine unberührte Wüstenfläche. Fast das gesamte Gebiet ist von Autospuren durchkreuzt.

Auch Flugkapitän Marc Berry äußerte sich nach dem Rundflug besorgt. Er fliege oft dieses Gebiet ab, sagte er zur AZ, doch in diesem Jahr sei die Verwüstung durch den Menschen besonders auffällig. Berry ist jedoch gegen ein komplettes Verbot von Quadbikes und Allradfahrzeugen. „Es muss ein goldener Mittelweg gefunden werden“, schlug er vor. „Es sollten Gebiete abgesteckt werden, wo sich die Urlauber austoben dürfen“, betonte er und fügte hinzu: „Die Menschen müssen aber auch informiert werden, warum Umweltschutz und eine Absperrung so wichtig sind.“
© Kirsten Kraft
Zwischen Swakopmund und dem Grenzzaun vom Skeleton-Coast-Nationalpark ziert ein Radmosaik die Landschaft. Das Wüstengebiet ist von Radspuren regelrecht zerstört worden.
Marilyn Leippert von der Touristenvereinigung C-Tan dementierte jedoch, dass die Urlauber vor der Feriensaison nicht genügend aufgeklärt worden seien. „Es sind Broschüren herausgegeben worden, die Medien haben über die Schutzmaßnahmen berichtet und überall weisen Hinweisschutzschilder darauf hin“, versicherte sie.

„Ein falsches Wort von uns an die Regierung und das Fahren von Allradwagen am Strand könnte für immer verboten werden“, bemerkte NACOMAs Projektkoordinator Timo Mufeti. Doch das sei nicht das Ziel des Küstenmanagements. „Wir wollen den Allrad- und Quadbikefahrern den Dünengürtel und das Küstengebiet nicht verbieten“, versicherte er. Dennoch müsse nun hart durchgegriffen werden. „Wenn Schutzgebiete erst einmal eingegrenzt sind und das neue streng formulierte Gesetz in Kraft tritt, dann kann auch das Umweltministerium endlich eingreifen“, so Mufeti. NACOMA hofft mit der Konfiszierung von Quadbikes und besonders hohen Geldstrafen entsprechende Exempel statuieren zu können.
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