Nandi-Ndaitwah: Länder haben ein Ziel aber unterschiedliche Verantwortung
Die Länder, die an der Klimakonferenz in Durban in den vergangenen zwei Wochen teilgenommen haben, hatten alle ein Ziel, aber es gibt eine unterschiedliche Verantwortung, die Treibhausgase zu reduzieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.
Windhoek – „Nach langen und zähen Verhandlungen haben wir es doch geschafft, dass sich die Länder auf eine zweite Periode des Kyoto-Protokolls festgelegt haben, die am 1. Januar 2013 beginnt und am 31. Dezember 2017 endet. Dies bedeutet, dass es keinen Leerlauf zwischen der ersten und zweiten Verbindlichkeit geben wird“, sagte Namibias Ministerin für Umwelt und Tourismus, Netumbo Nandi-Ndaitwah, gestern auf einer Pressekonferenz in Windhoek. Der Grüne Klimaschutzfonds soll eingerichtet werden, um Entwicklungsländern zu helfen, mit den Folgen des Klimawandels fertig zu werden. Zudem sei beschlossen worden, dass ein Technologietransfer stattfinde und ein Komitee sowie ein Zentrum diesen koordinieren sollen.
„Alle Länder hatten ein Ziel, aber die Verantwortung der einzelnen Staaten zum Klimaschutz ist unterschiedlich. Indien muss nicht nur seine wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben, um der Armut von Millionen seiner Bürger zu begegnen, sondern auch auf den Klimaschutz achten. Indien kann es nicht im gleichen Maße wie die USA tun, die als Industrienation eine ganz andere Voraussetzung habe“, sagte Nandi-Ndaitwah zur AZ. Die Anpassung der zukünftig bindenden Reduzierungsziele müsse Afrika und anderen Entwicklungsländern gerecht werden, die nicht die Ressourcen hätten, um die hochgesteckten Ziele der Industrieländer und Umweltorganisationen zu erreichen. „Wir machen uns ernsthafte Sorgen, was den Ausstoß von Treibhausgasen betrifft. Wir sind keine Klimasünder, aber wir sind die Leidtragenden“, sagte die Umweltministerin. In Namibia würden bereits zahlreiche Projekte die Bevölkerung auf die Folgen des Klimawandels hinweisen, aber viele Projekte können nicht durchgeführt werden, weil entweder die Technologie fehle oder sie zu teuer seien. „Warum können wir keine Solarplatten in Namibia herstellen? Dies würde Arbeitsplätze schaffen und die Ware würde billiger werden“, so Nandi-Ndaitwah.
Sehr positiv äußerte sich die Ministerin über den Stand Namibias auf der zweiwöchigen Konferenz in Durban. „Wir hatten sehr viele Besucher, was nicht nur auf die günstige Lage unseres Standes zurückzuführen war“, sagte sie. Delegierte hätten zahlreiche Informationen über Namibia eingeholt. „Wir werden hier in Namibia im April 2012 die Konferenz der Afrika-Gruppe der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change), zuständig für die Inventur der Treibhaus-Emissionen, und im Februar kommenden Jahres das erste Treffen der afrikanischen Verhandlungsführer des Klimagipfels anbieten“, sagte die Umweltministerin.
Umweltaktivistin Bertchen Kohrs vom SASSCAL (Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Use) in Windhoek zeigte sich auf AZ-Nachfrage wie viele zivile Organisationen enttäuscht vom mageren Ergebnis des Klimagipfel COP-17 in Durban.