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Zerstörung

 
Vom  8.05.2008

Logbuch lässt Meeresforschung vor Namibias Küste hautnah erleben

Wie kommt die Forschung aufs Meer? Wie entlocken Wissenschaftler dem Meeresboden Geheimnisse über das verborgene Leben? Antworten auf solche Fragen rund um Meeresforschung geben Forscher und Crewmitglieder des Bremer Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (MARUM).

In Kooperation mit dem Internetportal planeterde.de führen sie für ca. 1,5 Monate (bis zum 24. Mai) auf der Internet-Webseite des Instituts www.marum.de/METEOR-Logbuch.html ein Logbuch der 76. Reise des deutschen Forschungsschiffes METEOR. Auf der Reise in die nährstoffreichen Gewässer vor Namibia wird erstmals das umgebaute Meeresbodenbohrgerät MeBo des MARUM eingesetzt. Das weltweit einmalige Gerät soll bis zu 70 Meter tief in den Meeresboden bohren und Aufschluss über das möglicherweise größte Ökosystem der Erde liefern: Die Mikrobengemeinschaft, die bis zu mehrere hundert Meter unter dem Meeresboden lebt.

„Expeditionen sind immer spannend, es fängt schon damit an, ob die Container mit den Geräten und Materialien heile und pünktlich ankommen“, kommentiert Dr. Matthias Zabel, Fahrtleiter des ersten Fahrtabschnittes, die Probleme, mit denen Meereswissenschaftler manchmal kämpfen. Allein das MeBo-System besteht aus sechs Containern, die etwa 80 Tonnen auf die Waage bringen. Das Gerät selbst ist sieben
Meter hoch und wiegt zehn Tonnen. Hinzu kommen die Winde mit 2500 Metern Kabel, Kontroll-, Werkstatt- und Ersatzteilcontainer sowie das Aussetzgestell.

Spannend auf dieser Fahrt ist natürlich auch die Frage, ob das weiter entwickelte Meeresbodenbohrgerätes MeBo so funktioniert wie geplant. Durch den Umbau bringt das am MARUM mit verschiedenen Partnern entwickelte Bohrgerät qualitativ bessere Proben mit und kann tiefer bohren als bisher. So sind jetzt Tiefen von 70 Metern gegenüber vorher nur 50 Metern möglich. „Das ist sonst nur mit einem Bohrschiff möglich. Wissenschaftliche Fragen, die wir mit diesen Proben beantworten wollen, sind u.a., welche und wie viele Mikroorganismen im Meeresboden leben und wovon sie sich ernähren“, so Zabel.

„Das Logbuch ist eine willkommene Möglichkeit, die spannenden und komplexen Vorgänge an Bord eines Forschungsschiffes der Öffentlichkeit vorzustellen“, findet auch Dr. Tim Ferdelmann vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen. Er hat die Leitung des zweiten Abschnitts der Fahrt vom 25. April bis zum 12. Mai übernommen. Alle zwei bis drei Tage senden die Fahrtleiter Berichte und Bilder zum Fortschritt der Expedition und erklären die Abläufe an Bord: Wie wird so ein großes Gerät ausgesetzt, was macht man damit und wie wichtig ist die Werkstatt an Bord? Was macht der Smutje und wer ist das überhaupt? Und natürlich geht es auch um die Wissenschaft, denn das ist ja der Grund für die Reise. Was macht das Leben mehrere hundert Meter tief im Meeresboden? Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, diese spannende Expedition über das Internet mitzuverfolgen (www.marum.de/METEOR-Logbuch.html oder www.planeterde.de).

Das MARUM ist ein Zusammenschluss des Exzellenzclusters „Der Ozean im System Erde“ sowie des Forschungszentrums Ozeanränder und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.
Von AZ
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