
Hartmanns-Zebras lagen im Schatten der Bäume und mussten noch abgehäutet und ausgenommen werden, als Koos Verwey am vergangenen Freitag an dem Jagdcamp wieder vorbeifuhr. Das Camp befand sich neben einer Touristenroute.
Windhoek/Orupembe – Die Jagd habe nicht bei Orupembe stattgefunden, sondern im Okondjombo kommunalen Hegegebiet. Das Hegegebiet habe eine Quote von 70 Hartmanns-Zebras. „Niemand von der Naturschutzbehörde ist bei der Jagd dabei gewesen und das Ministerium wurde nicht zuvor informiert“, sagte der Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt und Tourismus, Dr. Kalumbi Shangula gestern auf Nachfrage. Koos Verwey, der seit 22 Jahren im Kaokoveld in der Kunene-Region lebt und dort ein Safari-Unternehmen sowie Camps besitzt, hatte sich wegen „der unverantwortlichen Jagd die wieder in der vergangenen Woche stattgefunden hat“ an die Medien gewandt. „Ich habe zuerst einen 12-Meter-Kühllastwagen auf der Straße nahe Okandjombo getroffen und sah dann fünf Kilometer weiter ein völlig unorganisiertes Jagdcamp“, sagte Verwey. Die Jagdfahrzeuge seien etwa 200 Meter von der Straße im Nadas-Rivier geparkt gewesen. In dem Jagdcamp hätten sich zwei weiße Frauen befunden, die Verwey mitgeteilt hätten, dass „die Männer auf der Jagd sind“. Auf dem Wege nach Orupembe habe Verwey auf den letzten zehn Kilometern 110 Hartmanns-Zebras gezählt. Westlich von Orupembe seien auch eine große Anzahl Oryxantilopen gewesen. Als er am vergangenen Freitag wieder die Strecke entlang fuhr, habe er kein einziges Zebra gesehen. In dem Jagdlager seien weder die Jäger noch deren Frauen gewesen, nur Angestellte die die geschossenen Tiere abhäuteten und zerlegten.

Auf der offenen Ladefläche eines Bakkies (pickups) wurden die Tierkörper zu dem einige Kilometer entfernten Lkw mit Kühleinrichtung westlich von Orupembe transportiert.
„Einer meiner Angestellten unterhielt sich mit den Arbeitern und erfuhr, dass die Jäger eine Genehmigung für den Abschuss von 70 der speziell geschützten Hartmanns-Zebras und eine unbekannte Anzahl Oryxantilopen und Springböcke haben. Das Fleisch würde nach Oshakati geschafft und zu Wurst verarbeitet“, sagte Verwey. Allem Anschein nach sei dem Hegegebiet 1200 N$ pro Zebra gezahlt worden.
Unterlagen die der AZ zur Verfügung stehen besagen, dass das Okondjombo kommunale Hegegebiet für das Jahr 2011 eine Quote von 70 Hartmanns-Zebras erhalten habe, von denen jedoch 20 nur für die Trophäenjagd genutzt werden dürfen und weitere drei nur für traditionelle Feste. Die diesjährige Trophäenjagdzeit endete am 30. November. Zudem durfte das Hegegebiet 30 Oryxantilopen nutzen, 15 für die Trophäenjagd, zwei für traditionelle Feste und 13 für den Eigenverbrauch. Weiterhin standen 30 Springböcke für die Trophäenjagd, 60 für den Eigenverbrauch und zehn für traditionelle Feste zur Verfügung. Wer für die Fleischjagd in der vergangenen Woche zuständig war, konnte bisher nicht in Erfahrung gebracht werden.
Verwey zufolge sei es unverantwortlich um diese Jahreszeit Tiere schießen zu lassen, da die meisten Tiere hochtragend seien. Zudem vermutet er, dass wegen der enormen Hitze in der Nacht gejagt wurde.